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26.07.2018

Kleiner Nachtrag zum Untergang der jüdischen Gemeinde von Euskirchen

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Wenn man die „Statistischen Jahrbücher“ des deutsch-israelischen Gemeindebundes durchsieht, dann stellt man fest, dass die jüdische Gemeinde der Kreisstadt Euskirchen in der Rheinprovinz, Regierungsbezirk Köln, zu den größten gehörte. Im Jahre 1896 zum Beispiel gab es hier 250 Mitglieder, und auch noch 9 Jahre später wurde Euskirchen (225) nur von Köln (9.745), Bonn (877), Siegburg (347) und Mülheim a. Rh. (249) übertroffen. Die 1887 erbaute Synagoge galt bis zum Novemberpogrom 1938 als die schönste in der gesamten Voreifel und Eifel.

testDerartige Angaben sind leider heute nicht mehr so relevant wie die letzten Aufzeichnungen der hiesigen jüdischen Gemeindeverwaltung (Annaturmstraße). Zumindest muss man diesen Eindruck gewinnen, wenn man spezielle Mitteilungen auswertet, die sich mit den Interna des Vorstandes befassen. Bezüglich der 80jährigen Wiederkehr der berüchtigten „Reichskristallnacht“ fragen neuerdings immer wieder Heimatforscher nach diesbezüglichen Details, u. a. auch nach einem konkreten Nachweis des letzten demokratisch gewählten Vorstandes.

Einem handschriftlichen Protokoll vom 15. Juni 1937 ist nun zu entnehmen, dass die angesehenen jüdischen Bürger Julius Kahn (Rathausstraße), Dr. Hugo Oster (Baumstraße), Otto Marx (Oststraße) und Alfred Carl (Münstereifelerstraße) bis zum 8. Juni 1937 „Repräsentanten der Judengemeinde“ waren und somit „zur nächsten Periode ausscheiden“.


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Wer sich mit dem Untergang der jüdischen Gemeinden befasst, versteht, warum man nachdenklich wird, wenn man die avisierte Dienstzeit der neuen Repräsentanten „bis zum 31. März 1943“ betrachtet: Max Breschinski (*1901, Emigration 1938), Karl Schweizer (*1899, Emigration 1939), Alfred Seligman (1897, Emigration 1938), Karl Lion (1894-1942 Holocaust).

Der Regierungspräsident in Köln bestätigte zudem offiziell mit Briefkopf und Hakenkreuzstempel am 5. August 1937, dass die Vorstandswahl vom 9. Juli 1937 zu „Vorstehern der Synagogengemeinde Euskirchen“ rechtskräftig sei. Somit waren folgende Persönlichkeiten die letzten Vorsteher: Edmund Billig (1884-1942 Holocaust), Ludwig Jülich (1879-1942 Holocaust) und Josef Heymann (1886-1942 Holocaust), Stellvertreter wurden: Alfred Carl (*1896, emigriert) und Dr. Hugo Oster (1878-1943 Holocaust)…

 

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Josef Heymann

Dr. Hugo Oster

 

Die Antwort auf die Frage, wer nach dem Novemberpogrom den nun folgenden Untergang sowie die schicksalhafte Auflösung der Euskirchener Judengemeinde organisatorisch und aufopfernd „bewerkstelligen“ musste, lautet (nach dem Rücktritt des kranken Pferdehändlers Edmund Billig): der ehemalige Kaufmann Josef Heymann und Dr. Hugo Oster, einst verdienstvoller Arzt und SPD-Ratsherr.

20.07.2018

Erinnerung an die „Reichskristallnacht“ (1938) – auch in der Eifel und Voreifel

Am 9./10. November 2018 jährt sich zum 80. Male der Novemberpogrom von 1938 , der verharmlosend als „Reichskristallnacht“ in den beschämenden Teil unserer deutschen Geschichte eingegangen ist. Besonders in den letzten Jahrzehnten sind die diesbezüglich publizierten Stadtgeschichten und Erfahrungsberichte zahlreich geworden, so dass hierdurch auch regionalhistorisch Wichtiges aufgearbeitet wurde. Ebenfalls erinnert seit dem Jahre 1992 der verdienstvolle Künstler Gunter Demnig eindrucksvoll an die späteren Holocaust-Opfer mithilfe von „Stolpersteinen“. Derartige NS-Verbrechen dürfen nie vergessen werden!

 

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Seit etwa 1978 befasse ich mich u. a. auch mit dem Novemberpogrom 1938 in der Eifel und Voreifel. Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich verstärkt in letzter Zeit um Auskunft gebeten werde. Die Leser meiner regionalhistorischen Homepage mögen bitte Verständnis dafür haben, wenn ich kurz auf hilfreiche Publikationen hinweise, in denen ich mich mit dem o.a. Ereignis und der Judenverfolgung besonders befasst habe. Vieles kann anhand folgender Links in Erfahrung gebracht werden:

Bücher allgemein (seit 1972)

„REICHSKRISTALLNACHT“ – Der Novemberpogrom 1938 auf dem Lande (2008)

Judenverfolgung und Fluchthilfe im deutsch-belgischen Grenzgebiet (1990)

Gesamtaufstellung der Publikationen in regionalen Jahrbüchern oder historischen Websites (ab 1972)

Gesamtaufstellung der Zeitungsartikel zu regionalhistorischen Themen (ab 1978)

Geschichte des Judentums in der Eifel und Voreifel (Website v. Hans-Dieter Arntz)

Ich weise auch deswegen auf diese Publikationen hin, weil sie die Aussagen vieler jüdischer Augenzeugen beinhalten, eine Tatsache, die in der erfolgten Form heute nicht mehr möglich ist.

14.07.2018

Als Aufforderung an Archivare des Eifelvereins, ihre jüdischen Mitglieder posthum zu würdigen und an sie zu erinnern, soll mein heutiger Online-Beitrag gelten. Erneut greife ich dieses Thema auf.

(…) Wenn man heutzutage bei den jeweiligen Vereinen nachfragt, dann wird immer die damalige Streichung der jüdischen Mitglieder genannt. Kaum jemand erinnert sich noch an sie - und teilweise auch nicht mehr an eventuelle Leistungen und Verdienste -, was beweist, dass Abertausende vergessen sind. Mit dem Ausschluss jüdischer Vereinsmitglieder ab 1933 befasste ich mich exemplarisch am 23. März 2018 in meinem Online-Artikel: Suche nach jüdischen Mitgliedern des Eifelvereins (bis 1933)

(…) Seit März 2018 erhalte ich nun erfreulicherweise e-mails, die sich für mein Engagement bedanken und ihrerseits an jüdische Vereinsmitglieder des Eifelvereins erinnern. Hierbei handelt es sich meist um im Ausland lebende jüdische Leser meiner regionalhistorischen Homepage, deren Angehörige ursprünglich aus der Region Bonn-Köln-Aachen stammen. Bei der Überprüfung der Angaben, bei der mich dankenswerterweise die Stadtarchive unterstützen, tauchen nun plötzlich auch Hinweise, Fotos und andere Details auf, nach denen man gerade jetzt erst gesucht hat. Vgl. hierzu meine NEWS vom 17. Juni (Blumenthal) oder vom 23. März 2018 (Euskirchen). Heute geht es nur kurz um Liblar und Rheinbach.

(…) Aber auch in Liblar gab es früher eine Ortsgruppe des Eifelvereins, zu der jüdische Mitglieder zählten, u.a. auch Moritz Billig (1885 – 1944 Riga). Angehörige wohnte bis zum Holocaust auch in Euskirchen. Sein Sohn, Rudolf Billig aus Flushing (New York), erwähnte schon früher die Mitgliedschaft (…) Am besten wird man diesbezüglich durch das umfangreiche Buch von Heidi und Cornelius Bormann informiert: Heimat an der Erft. Die Landjuden in den Synagogengemeinden Gymnich, Friesheim und Lechenich, hrsg. Von der Stadt Erftstadt (1992). Vgl. hierzu besonders: S. 11 ff. sowie S. 477 ff..

 

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Besonders interessant ist ein Foto, das belegt, dass Moritz Billig wirklich im Eifelverein war. Es zeigt ihn bei einem Ausflug an die Mosel (ca.1930) mit dem dörflichen Drogisten, einem Bäckermeister, einem Schlosser, dem Amtsinspektor, einem Architekten, dem Rentmeister, einem Prokuristen und ihn ganz rechts selber.

(…) Ganz spontan stellte mir Dietmar Pertz, engagierter Leiter des Stadtarchivs Rheinbach, ein Gruppenbild aus den 1920er Jahren zur Verfügung, das Teilnehmer des Eifelvereins, Ortsgruppe Rheinbach, mit den jüdischen Schwestern Rolef zeigt. Vgl. vordere Reihe: 2.v.l. Josefine Rolef und 4. v.l. Selma Rolef). Ergänzend fügte er einen Auszug aus einer Schrift über das Judentum in Rheinbach bei, der Auskunft über ihre Familiengeschichte gibt (…).

 

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(…) Ich könnte auch schon jetzt weitere Nachweise und Fotos von jüdischen Mitgliedern des Eifelvereins publizieren, da bis heute keine Listen erstellt wurden. Aber wäre das nicht eine Aufforderung an die Archivare der jeweiligen Ortsgruppen, ihrer jüdischen Mitglieder posthum zu suchen und ihrer irgendwie zu gedenken?Bis zur rassistischen Verfolgung durch die Nationalsozialisten stellte das Judentum überhaupt keinen Diskussionsgrund im Eifelverein dar. Jüdische Mitglieder waren Wanderer wie alle anderen. Ich jedoch fand bisher keinen einzigen Grund dafür, dass in dieser großen Organisation irgendwelche Diskriminierungen vorkamen oder gar Rassenhass vorherrschte.

(…) Ergo: Wie auch in anderen Vereinen der Eifel und Voreifel waren Juden in das soziale Leben integriert. Ihre Ausstoß im Jahre 1933 müsste ein Grund sein, sie doch einmal detailliert in neuen Chroniken zu erwähnen, denn auch dies wäre eine spezielle Form einer „Stolperstein-Verlegung“.

Der vollständige Artikel kann unter folgendem Link abgerufen werden:

07.07.2018

testIm 1. Teil meines Online-Artikels vom 30. Juni 2018 bezüglich des Unterrichtsfaches „Heimatkunde“ in der deutschen Volksschule (1939/40) wiederholte ich, dass Didaktik immer wieder eine Antwort auf die jeweilige Situation einer Gesellschaft ist. Dies belegte u.a. auch in den 1960er Jahren Prof. Möller exemplarisch in seinen Büchern über „neuzeitliche Didaktik“(…).

(…) Bereits auf der ersten Seite des 275 Seiten starken Bandes „Kamps Handbücher für die praktische Schularbeit“, 3. Band (Das dritte und vierte Schuljahr, 1. Teil, Bochum 1940) fasst Heinrich Bieling die nationalsozialistische Auffassung vom „Unterrichtsfach Heimatkunde“ kurz, bündig und sehr allgemein zusammen: „Der gesamte Unterricht der Volksschule dient der Heimatkunde im weiteren Sinne.“

(…) Die damalige Didaktik jedoch erhält sofort einen neuen Sinn, wenn man die einleitenden Gedanken liest, die auf der ersten Seite als „Grundsätzliches“ betitelt werden:

„Neben dem Heimatgrundsatz tritt schon in der Grundschule das Prinzip der WEHRERZIEHUNG. Schon die Kinder des 1. und 2. Jahrganges hören gern etwas von den Soldaten, die des dritten Jahrganges leben schon den Krieg begeistert mit und erzählen mit leuchtenden Augen von den großen Taten unserer Helden zu Lande, auf dem Wasser und besonders in der Luft. Diese Kinder sehen den Krieg allerdings noch mehr von der Heimat aus. Heimat- und Wehrerziehung sind die beiden Grundsätze der Schularbeit im 3. und 4. Jahrgang.“

(…) Dem volkskundlichen Aspekt ein erster Platz im Heimatkundeunterricht eingeräumt. Die Familie wird grundlegend als Keimzelle und Ausgangspunkt des Staates apostrophiert. Daher sollte vom Elterhaus und besonders von der Volksschule her eine „rassenbewusste Familienpflege“ bis hin zur Pflege des zum Volksgemeinschaftswillen erfolgen.

Wörtlich heißt es: „Die Familienkunde bildet ja gerade in der Grundschule die wirksamste Ansatzstelle für rasse- und vererbungskundliche Belehrungen.“

 (…) Auf Seite 143 befindet sich eins der vielen Gedichte, die jährlich zum 20. April vom Grundschulkind zu „Führers Geburtstag“ gelernt werden sollen.

test (…) Die methodisch-didaktische Anweisung lautet: „Von den Führersprüchen unseres Lesebuches prägen wir ein die Sprüche 2, 3 und 8, weil sie die verbreitetste Stimmung am ehesten vertiefen. Dann zeichnen und malen wir: Unsere Fahnen und Banner. Ein fein geschmücktes Blatt mit einem der Führerworte…!“

(…) Prof. Kölsche und der Oberregierungs- und Schulrat Nitschke publizierten auf etwa 290 Seiten ein „Handbuch für Junglehrer und Junglehrerinnen zur Weiterbildung und zur Vorbereitung auf die 2. Lehrerprüfung“ (Kamp Verlag, Bochum 1941). Es beinhaltet die inzwischen vollständige Umgestaltung des deutschen Volksschulwesens und die Neuordnung für kommende Examina. Besonders die NS-Verpflichtungen, die ab S. 282 ff. als „Innere Schulangelegenheiten“ (Unterricht) schon beinahe vertraulich wirken, weisen der Vererbungslehre und Rassenkunde eine verpflichtende Bedeutung zu. Wer heutzutage tatsächlich die nationalsozialistische Pädagogik lobt, wo es noch „richtiges Deutschtum sowie Zucht und Ordnung“ gab, der befasse sich mit den Anweisungen – auch für den Heimatkundeunterricht - für damalige Junglehrer:

… hat vor allem darauf hinzuweisen, dass der Schüler den Unterschied zwischen Rasse und Volk und weiter die Begriffe Nation, Sprach-, Kultur- und Bekenntnisgemeinschaft klar erfasst. Bei der Besprechung der europäischen Rassen und insbesondere der Rassenkunde des deutschen Volkes muss das nordisch bestimmter Rassengemisch des heutigen deutschen Volkes gegenüber andersrassischen fremdvölkischen Gruppen, besonders also dem Judentum gegenüber, herausgestellt werden.

(…) Die Gefahren der Rassenmischung mit fremdartigen Gruppen, besonders solchen mit außereuropäischen Bestandteilen, sind ausdrücklich darzustellen (…). Jede Vermischung mit wesensfremden Rassen (leiblich oder geistig-seelisch) bedeutet für jedes Volk Verrat an der eigenen Aufgabe und somit am Ende Untergang.“ (…)

Der vollständige Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

30.06.2018

Zum Unterrichtsfach „Heimatkunde“ in der deutschen Volksschule (1939/40) – Teil 1

Wenn man einmal davon absieht, dass das Unterrichtsfach „Heimatkunde“ in einigen Bundesländern als „Heimat- und Sachunterricht (HuS)“ später noch fortgesetzt wurde, dann war es doch von 1908 bis 1969 ein verbindlicher Teil des Curriculums für Volksschulen. Infolge der allgemeinen Umstrukturierung des Schulwesens wurde es dann in den Lehrplänen aufgegeben.

Wie bei Wikipedia nachzulesen ist, war „Heimatkunde“ als Begriff für den allgemein bildenden Unterricht - insbesondere für jüngere Schüler – jedoch schon im 19. Jahrhundert weit verbreitet: Wichtige Vertreter der Heimatkunde waren Wilhelm Harnisch (1787–1864) und Friedrich August Finger (1808–1888). Heimatkunde war damals noch nicht in ihren Vermittlungsinhalten vereinheitlicht und wurde auch „Anschauungsunterricht“ genannt. Heimatkunde wurde in Preußen mit den Stiehlschen Regulativen 1854 im Zuge der Restauration nach der demokratischen Revolution von 1848 untersagt. Seit 1908 war Heimatkunde in den Volksschulen verbindlich.

 

testBlick auf einen Teil der Gruppenarbeit im Fach Heimatkunde (Klasse 6 /1967) der Paul-Gerhardt-Schule Euskirchen

 

Als junger Lehrer unterrichtete ich selber das Unterrichtsfach Heimatkunde, das bei Kindern wegen seiner nahräumlichen - geographisch und regionalhistorisch geprägten - Bildungsinhalte recht beliebt war. Durch die Abschaffung als zentrales Unterrichtsfach ging jedoch meiner Meinung nach ein wichtiger Bezug zum Wohnort oder zur „ursprünglichen Heimat“ verloren. Wegen der vor etwa sechs Jahrzehnten wachsenden Kritik an der ideologischen Überfrachtung, geographischen Enge und angeblich geringen Wissenschaftlichkeit wurde das Unterrichtsfach Heimatkunde durch Schwerpunkte der „Sachkunde“ ersetzt. Vielleicht hatte man sich doch früher zu sehr an der „Heimat- und Landidylle“ statt an Problemen der Gegenwart orientiert. Aber manches ging verloren. Die derzeitige Beschäftigung mit dem Internet und Smartphone beansprucht stattdessen heutzutage immer mehr jüngere Schüler, sodass sogar „das Kartenverständnis“ mit der Fähigkeit Landkarten zu lesen und die Raumorientierung bei jüngeren Leuten“ weitgehend verloren geht.“ Diesallerdings wurde auch noch im Fach Heimatkunde gelehrt.

 

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Tatsache ist jedoch, dass sich in der heutigen Zeit - auch als Folge der familiären Mobilität und des Interesses vonseiten des Elternhauses - immer weniger Grundschüler mit ihrem Wohnort identifizieren.Eine eigentliche „Kunde von der Heimat“ entfällt….

Interessant ist, dass man sich seit einigen Monaten wieder vermehrt mit dem Begriff „Heimat“ befasst und ihn sogar in Form von „Heimatministerium“ zu institutionalisieren bemüht ist.

Es ist unbestreitbar, dass das Unterrichtsfach Heimatkunde zur Zeit des Nationalsozialismus eine ideologischen Überfrachtung beinhaltete, und das damalige Curriculum spiegelte in Bezug auf „Familie, Volk und Herkunft“ in jeder Hinsicht auch eine angebliche Antwort auf diese Zeit.

Was verstand man 1939/40 unter dem Unterrichtsfach „Heimatkunde“?

Der „Erlaß über die Richtlinien der Volksschule“ vom 15. Dezember 1939 (vgl. Anlage) gibt noch nicht unbedingt den damaligen Zeitgeist wieder. Aber wesentlich konkreter und historisch interessanter sind die Ausführungen für die „praktische Schularbeit“, von denen ich einige exemplarisch in den künftigen Fortsetzungen meiner Online-Beiträge anführen werde.

Einleitend und noch recht allgemein heißt es in den knappen Ausführungen zum erwähnten Erlass, die in der vom Berliner Zentralverlag der NSDAP publizierten Broschüre „Erziehung und Unterricht in der Volksschule“(1940) veröffentlicht wurden:

Heimatkunde

Im Heimatkundeunterricht sollen die Kinder die Heimat erleben und lieben lernen und sich als in ihr verwurzelte Glieder des deutschen Volkes erkennen. Der gesamte Unterricht der Volksschule dient der Heimatkunde im weiteren Sinne. Um so wichtiger ist es, dass der Heimatkundeunterricht in den vier unteren Jahrgängen nicht nur Kenntnisse vermittelt, sondern auch den festen Grund legt für den Stolz auf Heimat, Stamm, Volk und Führer.

Der heimatkundliche Unterricht des ersten und zweiten Schuljahres nimmt seine Stoffe aus der nächsten Lebenswelt der Kinder. Er klärt, ordnet und erweitert ihren Vorstellungsschatz und macht ihn bewusst erziehlich fruchtbar.

 

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Vom dritten Schuljahr an lernen die Kinder planmäßig ihre Heimat kennen. Dabei werden die volkskundlichen, geschichtlichen, erdkundlichen und naturkundlichen Grundlagen vermittelt.

Ausgehend von der Familie, sieht das Kind die Menschen bei Arbeit und Feier, in Lebenshaltung, Sitte, Brauchtum, Sprache und Liedern, Märchen und Sagen. Neben heimatgeschichtlichen Erzählungen fügen sich geschichtliche Einzelbilder, soweit sie dem Verständnis dieser Altersstufe zugänglich gemacht werden können, in diesen Unterricht ein. Der heldische Gedanke ist in den Vordergrund zu stellen. Helden in der Heimat, des Weltkrieges und der nationalsozialistischen Bewegung, der stille Held des Alltags, der Held der Sage sollen das Kind begeistern.

In den Kapiteln 4 bis 6 (S. 17 ff.) geht es um die Teilbereiche Geschichte, Erdkunde und Naturkunde bzw. Naturlehre, deren Aussagen eigentlich genau so allgemein gehalten sind, wie die Hinweise zum Unterrichtsfach Heimatkunde:

Verhältnismäßig „harmlos“ heißt es noch im Kapitel Nr.3, Seite 17:

 

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In meinem nächsten Online-Beitrag werden aber deutlichere Anweisungen und Themen wiedergegeben, die aus dem umfangreichen Buch „Kamps Handbücher für die praktische Schularbeit“ (3./4.Schuljahr) stammen. Sie dienen nicht nur als erziehungswissenschaftlich relevante Beispiele, sondern zeigen auch grundsätzlich und exemplarisch die nationalsozialistische Ausrichtung der damaligen Pädagogik und des Unterrichtsfaches Heimatkunde.

Fortsetzung folgt

24.06.2018

Erinnerung an Wilhelm Kümpel (1905–1989), erfolgreicher Buchdruckermeister und Verleger in Euskirchen

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Die Euskirchener Regionalliteratur hat dem Verleger Wilhelm Kümpel (1905-1989) viel zu verdanken, denn unzählige Bücher und heimatkundliche Publikationen erschienen in seinem Betrieb „Volksblatt- Druckerei und Verlag“. Wenn auch das traditionsreiche Unternehmen in Euskirchen seit zwei Jahrzehnten nicht mehr besteht, so erinnern doch die vielseitigen Archivbestände an einen erfolgreichen Buchdruckermeister und Verleger, der leider am 29. Dezember 1989 verstarb.

In einem Zeitungsartikel vom 11. März 1983 lobte Theo Lemm, Lokalredakteur der Kölnischen Rundschau, den 78jährigen Senior, der seit 50 Jahren immer noch jeden Tag in seinem Betrieb in der Kolpingstraße anwesend war. Das Interview fand vor einer Druckmaschine statt, die an die vor mehr als 100 Jahren erfolgte Gründung des „Euskirchener Volksblattes“ erinnerte. Wilhelm Kümpel hatte diese renommierte Zeitung, die bis 1954 erschien, nach dem Kriege aufgekauft, bis sie dann in den Lokalteil der Kölnischen Rundschau aufging.

Wilhelm Kümpel absolvierte seine Lehre in der Druckerei Thelen in Siegburg. An seinem ersten Arbeitstag musste er Visi­tenkarten drucken, die in dieser Zeit besonders bei jungen Leu­ten reißenden Absatz fanden. Gearbeitet wurde per Handsatz, zur Verfügung stan­den aber Hochdruckmaschinen. Die Ausbildung in den getrenn­ten Berufszweigen Drucker und Schriftsetzer dauerte insgesamt vier Jahre. Die Ausbildungsver­gütung war nicht allzu hoch. Im 1. Lehrjahr gab es eine Beihilfe von vier DM pro Woche (heute etwa 2 Euro). Seine Prüfungen legte Wilhelm Küm­pel in den Fächern Handsatz und Buchdruck ab.

testNach Beendigung der Lehre arbeitete er beim Ham­burger „Fremdenblatt“, das als größte Tageszeitung in Nord- und Westdeutschland galt. Es folgte dann die Übersiedlung in den Euskirchener Raum und verschiedene Anstel­lungen, so auch bei der Münstereifeler Zeitung und der Euskirchener Volkszeitung, wo er bald zum Betriebsleiter empor­stieg. Im Jahre 1932 legte Wil­helm Kümpel seine Meisterprüfung als Schriftset­zer und Buchdrucker („Schwei­zer Degen") ab.

1947 machte sich der engagierte Druckermeister selbständig. Sein kleiner Betrieb befand sich in der Neustraße. Er hatte sich von einem Winzer eine Bostonpres­se gekauft, die dieser für die Herstel­lung von Winzeretiketten ge­braucht hatte. Zusätzlich suchte er dann aus dem Schutt einer Firma in Düren wochenlang bleierne Schriftzeichen. Das war nötig, weil unmittelbar nach dem Krieg keine Bleibuchstaben zu kaufen waren. Dennoch musste er für seinen Fund in den Trümmern zahlen.

Papier erwarb er gegen Natura­lien. Auf einem Bauernhof, wo er gemeinsam mit seiner Frau ausgeholfen hatte, erhielt er als Lohn Weizen und andere lebensnotwendige Naturalien. Noch im gleichen Jahr konnte Wilhelm Kümpel seinen ersten Lehrling ausbilden. Bis zum Jahre 1983 waren es 30.

Das traditionsreiche Volksblatt, für das in der Kriegszeit auch der ehemalige Vizepräsident Thomas Eßer - unter Pseudonym (vgl.  z.B. Das Geheimnis um Sigbert Manderfeld. Ein Eifelroman aus der Franzosenzeit.von Hubert Th.) - historische Romane geschrieben hatte, wurde von ihm aufgekauft, und seit­dem nannte sich sein vergrößerter Betrieb in der Kolpingstraße „Volks­blatt-Druckerei“.

Gerne denke ich an meinen ersten Verleger zurück, dem ich eigentlich mein großes Interesse an der Regionalhistorie verdanke. Schade, dass der „Kümpel-Verlag“ heute nicht mehr besteht, denn ich selber publizierte dort ab 1983 meine ersten Bücher:

Judaica – Juden in der Voreifel (1983)
Kriegsende 1944/1945 – Zwischen Ardennen und Rhein (1984)
Ordensburg Vogelsang 1934-1945 Erziehung zur politischen Führung im Dritten Reich (1986)
Judenverfolgung und Fluchthilfe im deutsch-belgischen Grenzgebiet (1990)
Kriegsende 1944/1945 im Altkreis Euskirchen (1994)
Kriegsende 1944/1945 im Altkreis Schleiden (1995)

17.06.2018

Juden auch im Eifelverein – Ortsgruppe Blumenthal (1917)

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Recht mühsam ist die wohl verspätete Suche nach jüdischen Mitgliedern im Eifelverein. Entsprechende Nachweise für deren Mitgliedschaft könnten nämlich beweisen, dass „unsere jüdischen Mitbürger“ vor 1933 auch in ländlichen Wandervereinen harmonisch integriert waren. Leider wurden sie aber - wie auch in anderen deutschen Vereinen - nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten von einer weiteren Mitgliedschaft ausgeschlossen. So war es auch in Blumenthal.

Das ist historisch bedauerlich, da sich dies auch sogar auf den gesamten Eifelverein, der heutzutage mit etwa 28.000 Mitgliedern immer noch zu den größten Wandervereinen in Deutschland zählt, bezieht. Gab es in der Eifel und Voreifel jüdische Wanderer, die im Eifelverein offiziell organisiert waren? Mit dieser Frage befasste ich mich erstmals am 23. März 2018 in meinem Online-Artikel Suche nach jüdischen Mitgliedern des Eifelvereins (bis 1933)

In der Fachliteratur, die sich mit der Aufarbeitung der „jüngsten“ deutsch-jüdischen Geschichte befasst, stößt man zwar immer wieder auf die versöhnlich klingenden Hinweise, nach denen die einst hier beheimateten Juden in das Gemeindeleben voll integriert waren. Wenn man aber in den regionalhistorischen Archiven nachforscht, gibt es doch nur noch wenige Belege hierfür. Das stellte ich vor einiger Zeit auch fest, als ich mich mit meinem Online-Artikel Jüdische Sportler in Euskirchen befasste.

Meine Suche nach jüdischen Mitgliedern im Eifelverein und der Beleg anhand von Fotos erweist sich als schwierig. Das ist historisch bedauerlich, da sich dies auch sogar auf den gesamten Eifelverein, der heutzutage mit etwa 28.000 Mitgliedern immer noch zu den größten Wandervereinen in Deutschland zählt, bezieht.


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Angehörige der im Ausland lebenden jüdischen Familie Katz stellten mir vor einiger Zeit ein Foto zur Verfügung, das wohl ins Archiv des Blumenthaler Eifelvereins gehören müsste. Es stammt aus dem Jahre 1917 und zeigt ganz links in der hinteren Reihe den Metzgermeister Karl Katz aus der Reifferscheider Straße und ganz rechts Robert Katz aus der Alten Schulstraße. Offenbar waren Sie in diese Wandergruppe und das soziale Leben des kleinen Eifelortes gut integriert.

Erste authentische Aufzeichnungen bezüglich dieser Ortsgruppe stammen aus dem Eifelvereinsblatt Nr. 6 von Mitte Juni 1909, auf den Seiten 95 und 109, wo die Bildung der Ortsgruppe mitgeteilt wird. Vgl. Homepage der Ortsgruppe „Blumenthal”.

Erster Vorsitzender war Fabrikbesitzer Reinhold Beling aus Hellenthal. An Blumenthaler Mitgliedern sind aus dieser Zeit überliefert:

Heinrichs Josef (Bürgermeister), Lackmann Theodor (Apotheker), Müller Johann, (Fabrikbesitzer), Pilger Karl (Restaurateur), Poensgen Albert (Fabrikbesitzer), Poensgen Karl (Fabrikbesitzer), Poensgen Paul (Fabrikbesitzer), Rick Claudius (Pfarrer), Schmitz Hubert (Rentner),Vagedes Dr. Theodor (Arzt),Weckmann Josef (Fuhrunternehmer und Gastwirt)
Die erste Hauptversammlung fand am 28. Februar 1910 im Hotel Schink statt.

Mehrere Vorsitzende und Mitglieder sind bis in die fünfziger Jahre nicht feststellbar. „Die Ortsgruppe besitzt aber das Original einer Mitglieder- und Beitragsliste sowie der jeweiligen Kassenberichte aus den Jahren 1928 bis 1944. Mit präziser Genauigkeit wurde diese wertvolle Kladde von Hermann Stoff, Prokurist in Blumenthal, geführt. Dieses Heft spiegelt die Geschichte vor und bis fast zum Ende des 2. Weltkrieges wieder. Waren doch auch ehrenwerte jüdische Mitbürger (Kaufmann Kratz) Mitglieder, so tauchen sie ab 1933 nicht mehr in der Liste auf (gestrichen).“

11.06.2018

Die Gründung des Euskirchener Gymnasiums Marienschule vor 150 Jahren (1868)

Mit der Gründung als „Höhere Töchterschule“ (Mädchenschule für Mädchen der oberen Schichten) im Jahre 1868 beginnt die Geschichte des Gymnasiums Marienschule. Heute zählt die moderne Schule der Stadt Euskirchen etwa 1000 Schüler. 1973 zog die Marienschule von der Ursulinenstraße in einen Neubau an der Moselstraße um, wo sie sich noch heute befindet. Im Herbst dieses Jahres wird nun in Euskirchen das 150jährige Bestehen gefeiert. Hierauf wies ich auch schon in meinen NEWS vom 29.April 2018 sowie vom 22.06.2017 hin.

Im „Kreis-Intelligenzblatt für Euskirchen und Rheinbach“ vom 31. Oktober 1868 konnte man folgende Mitteilung lesen:


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Über das renommierte Gymnasium verfasste ich vor 40 Jahren die Chronik („Unser Weg“ - 1868 bis 1978“) und im Laufe der nächsten Jahre folgende Online-Artikel für meine regionalhistorischen Homepage:

Aus der Chronik des Gymnasiums Marienschule Euskirchen

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Chronik des Gymnasiums Marienschule Euskirchen: Teil 1 (1868-1940)

Chronik des Gymnasiums Marienschule Euskirchen: Teil 2 (1940-1978)

Gymnasium Marienschule – Euskirchen: Die Chronik des Schuljahres 1984/85

Aus der Geschichte der Kreisstadt Euskirchen: Kindergarten und gymnasiale Frauenbildung

Musikalische Aktivitäten in der Höheren Töchterschule und im Mädchengymnasium Marienschule Euskirchen (1898–1978)

Zum Unterricht jüdischer Schülerinnen an „sogenannten Höheren Mädchenschulen“ (1913) – Hier: Befreiung an jüdischen Feiertagen

Turnen, keusche Kleidung und Mens sana in corpore sano für Euskirchens „Höhere Töchter“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Die Euskirchener „Nachfolgerin“ von Edith Stein wurde als „Maria Carmela“ eingekleidet

Anna Müller aus Wisskirchen: Euskirchener Stadthistorie hilft beim Selig- und Heiligsprechungsprozess von Therese Neumann (1898-1962)

Ein mit „sehr gut“ benoteter Aufsatz aus dem Jahre 1915: „Wie kann ein deutsches Mädchen im Kriege dem Vaterlande sich nützlich erweisen?“

“Emmy’s Story”: Erinnerung an ein jüdisches Leben in Kommern (Mechernich)

Erinnerung an die Opernsängerin Maria Dahmen aus Euskirchen

Hans-Dieter Arntz feiert heute 40-jähriges Dienstjubiläum (2006)

Eine Euskirchenerin als Zeugin für die Seligsprechung der bayerischen Bauernmagd Therese Neumann : Maria Müller aus Wißkirchen

Zur 675-Jahrfeier der Kreisstadt Euskirchen (1977) – auch mit einem Beitrag des Gymnasiums Marienschule

Silberne Ehrenplakette der Stadt Euskirchen für die Chronik – „110 Jahre Gymnasium Marienschule Euskirchen: Unser Weg 1868-1978“

06.06.2018

Anita Lasker-Wallfisch, Cellistin im Mädchenorchester von Auschwitz, am 7. Juni 2018 im Kölner „Zeitzeugengespräch“

Vor einigen Wochen war Esther Bejarano zu Gast im St. Michael-Gymnasium Bad Münstereifel und erinnerte lebhaft an den Holocaust, den die vor allem durch ihre Mitgliedschaft im Mädchenorchester Auschwitz überlebte: „Wir müssen uns erinnern, damit es nicht noch einmal passiert."

Dies wird am 7. Juni 2018 noch einmal von Anita Lasker-Wallfisch, die als Cellistin im Mädchenorchester von Auschwitz und Bergen-Belsen überleben konnte, betont. Nach der Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen am 5. Juni – vgl. meine NEWS vom 2. Juni 2018 – in der Düsseldorfer Staatskanzlei ist sie am 7. Juni im Kölner EL-DE-Haus zu Gast. In dem von Dr. Werner Jung moderierten „Zeitzeugengespräch“ wird sie über die selbst erlebte Zeit im Holocaust berichten. In der Einladung hierzu heißt es:

Anita Lasker-Wallfisch, geboren 1925 in Breslau, ist eine deutsch-britische Cellistin und eine der letzten bekannten Über­lebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz. Anita Lasker stammt aus einer Familie deutsch-jüdischer Herkunft. 1942 wurden die Eltern deportiert und ermordet. Die Töchter kamen in ein Waisenhaus. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde Anita Lasker im Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert. Unmittelbar nach ihrer Ankunft wurde im Lager bekannt, dass sie Cello spielen konnte. Sie spielte im Häftlingsorchester unter der Leitung von Alma Rose und sicherte so ihr Überleben. Im Novem­ber 1944 kam sie ins Konzentrationslager Bergen-Belsen. Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Lager.

Anita Lasker wanderte über Belgien nach Großbritannien aus. Sie wurde Mitbegründerin des Londoner English Chamber Orchestra und spielte dort erfolgreich als Cellistin. Sie heiratete den Pianis­ten Peter Wallfisch. Seit 1994 besucht Anita Lasker-Wallfisch immer wieder Deutschland, wo sie insbesondere an Schulen von ihrem Schicksal und dem anderer Opfer des Nationalsozialismus und des Holocaust berichtet.

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Die Veranstaltung, auf die ich gerne hinweise, ist in Zusammenarbeit mit dem Dözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln und ergänzt die Sonderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“, auf die ich bereits in meinen NEWS vom 7. Mai 2018 hingewiesen habe.

Veranstaltung: „Anita Lasker-Wallfisch: Cellistin im Mädchenorchester von Auschwitz“

Ort: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln

Zeit: 7. Juni 2018. 19 Uhr.

Begleitprogramm: Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum Köln (10. Mai bis 1. Juli 2018): „Deine Anne.Ein Mädchen schreibt Geschichte“. Dienstag bis Freitag 10-18 Uhr, Samstag, Sonntag u. Feiertag 11 – 18 Uhr. Jeden ersten Donnerstag im Monat bis 22 Uhr.

02.06.2018

Gratulation zur Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen an Dr.h.c. Anita Lasker-Wallfisch

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Zu den heute noch lebenden, bedeutenden Zeitzeugen des Holocaust, mit denen ich in Bezug auf den Holocaust zu tun hatte, gehört Dr. h.c. Anita Lasker-Wallfisch. Sie überlebte Auschwitz und Bergen-Belsen, wahrscheinlich nur deswegen, weil sie dort zu einer Gruppe von elf Musikerinnen des ehemaligen „Mädchenorchesters“ gehörte. Nach dem Kriege war sie Zeugin im Bergen-Belsen-Prozess, der Mitte November 1945 endete.

In einem Gespräch anlässlich der Einweihung des neuen Dokumentationszentrums von Bergen-Belsen (2007) schilderte sie mir bewegt ihr Schicksal und ihre Lebenserfahrung. Hierdurch erhielt ich Anregungen für mein Buch: „Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen“. Am 7. Juni 2018 kann man Anita Lasker-Wallfisch im Kölner „Zeitzeugengespräch“ erleben (vgl. meine NEWS vom 6. Juni 2018).

Mit Freude erfuhr ich, dass Anita Lasker-Wallfisch am 5. Juni 2018 für ihre beispielhafte Aufklärungsarbeit am 5. Juni 2018 von Ministerpräsident Armin Laschet ausgezeichnet werden soll. In der Düsseldorfer Staatskanzlei wird ihr um 18 Uhr der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Hierzu gratuliere auch ich herzlich.

In der Einladung heißt es:

Am 5. Juni 1943 wurde Anita Lasker-Wallfisch im Alter von 17 Jahren wegen Urkundenfälschung u.a. zugunsten französischer Kriegsgefangener zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Später wurde sie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort und in Bergen-Belsen wurde sie gezwungen, beim Ein- und Auszug der Arbeitstrupps mit anderen Häftlingen zu musizieren. Nach der Befreiung wanderte sie über Belgien nach London aus, wo sie das London English Chamber Orchestra mitbegründete und als Musikerin wirkte. Die deutsch-britische Cellistin jüdischer Abstammung ist eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz-Birkenau.

Anita Lasker-Wallfisch hat seit 1994 bei zahllosen Vorträgen und Besuchen in Schulen, gerade auch in Nordrhein-Westfalen, vor allem jungen Menschen von ihrem bewegenden Leben berichtet. Dadurch hat sie sich um unser Land große Verdienste erworben.

Auf den Tag 75 Jahre nach ihrer Verurteilung wird Anita Lasker-Wallfisch in Würdigung ihres außerordentlichen Lebenswerkes mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

28.05.2018

Zur neuen Datenschutzerklärung ab dem 25.05.2018 (EU-DSGVO)

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Ich freue mich sehr über Ihr Interesse an der regionalhistorischen Homepage von Hans-Dieter Arntz. Am 25.05.2018 tritt die neue Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Sie verpflichtet mich nachzufragen, ob ich Ihnen weiterhin Informationen zusenden darf. Gerne komme ich dem auch weiterhin nach diesem Datum nach.

Der Datenschutz hat einen besonders hohen Stellenwert. Eine Nutzung der Internetseiten meiner Website ist grundsätzlich ohne jede Angabe personenbezogener Daten möglich. Sofern jedoch eine betroffene Person besondere Services über meine Internetseite in Anspruch nehmen möchte, könnte jedoch eine Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich werden. Eine spezielle Erlaubnis wäre allerdings auch dann bei mir einzuholen. Weiteres ist meinem aktuellen Impressum vom 24. Mai 2018 zu entnehmen.

Ich versichere, dass die vielen Daten, die seit Jahrzehnten erst meine deutsch-jüdische Versöhnungsarbeit möglich machten, bei mir sicher gespeichert sind unter keinen Umständen an Dritte weitergeben werden. Sollten die bisherigen Kontakte nicht mehr in Ihrem Sinne sein, bitte ich um baldige Information. Bitte berücksichtigen Sie bei einer eventuellen Rückmeldung meine Email-Anschrift: hans-dieter-arntz@gmx.de

Ansonsten brauchen Sie nichts tun, und ich gehe davon aus, dass ich mich auch weiterhin an Sie wenden darf. Somit würde ich mich freuen, Sie auch nach dem 25. Mai 2018 über meine aktuellen Aktivitäten und regionalhistorischen Forschungsergebnisse informieren zu dürfen.

24.05.2018

Hektik der damaligen Zeit: Erstmals eine tägliche Postkutsche zwischen Bonn und Euskirchen (September/Oktober 1843)

Die Leistungen der so genannten „Fahrpost“ wurden durch den Ausbau der Landstraßen im 18. und 19. Jahrhundert verbessert. Wikipedia bestätigt, dass dadurch um 1820 die bedeutenden Überland-Postkurse so gut ausgebaut waren, dass die dort verkehrenden „Postkutschen“ mit dem Tempo einzelner Reiter mithalten konnten. Die auch „Botenwagen“ genannten Fahrzeuge waren von Pferden gezogene Wagen, die bis ins frühe 20. Jahrhundert von der Post zur Beförderung von Postsendungen und gleichzeitig zahlenden Fahrgästen benutzt wurden.

 

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testVor etwa 130 Jahren konnte sogar das nur wenige hundert Einwohner zählende Dörfchen Flamersheim - heute ein Stadtteil der Kreisstadt Euskirchen – von einer „modernen Postkutsche“ angefahren werden. Ein altes Foto zeigt das von zwei Pferden gezogene, „ungemein komfortable Fahrzeug“, das nichts mehr mit den früher ungefederten, manchmal sogar ohne Verdeck fahrenden Postwagen zu tun hatte. Nein, jetzt im Jahre 1890 handelte es sich um eine wahrhaftige „Postkutsche“, die auf der Strecke „Euskirchen-Kuchenheim-Flamersheim“ sechs bis 8 Fahrgästen Platz bieten konnte. Eine wesentlich kleinere Postkutsche hielt zudem in unregelmäßigen Abständen vor der „Gastwirtschaft zur Post“, womit Gastwirt Johann Hubert Pohl per Post- und Ansichtskarte gerne firmierte.

Im Jahre 1843 wurde Euskirchen mit der „großen, weiten Welt“ verbunden und war ab September/Oktober mit dem am Rhein gelegenen Bonn per „Personenpost“ zu erreichen. Bei der Durchsicht des „Amtsblatt der Regierung in Aachen, Stück 43, v. Donnerstag, d.28. September 1843, Seite 69 bzw.327“ fand ich mit Bezug auf die interne Nummer 669 die Bonner Mitteilung: „Errichtung einer täglichen Personenpost zwischen Bonn und Euskirchen“:

 

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Seit September/Oktober 1843 – also vor 175 Jahren – war Euskirchen auch wichtiger Knotenpunkt in der Voreifel und wurde - wie es im Amtsblatt mitgeteilt wurde - auch von den „Postkutschen“ der Strecken „Prüm-Köln“ und „Aachen-Trier“ angefahren.

16.05.2018

Rundfunk-Sendung über Josef Weiss aus Flamersheim, den letzten Judenältesten von Bergen-Belsen (16. Mai 2013)

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Wer sich noch einmal mit meinen NEWS und Online-Artikeln vom Mai 2013 befasst, wird an den aus Flamersheim (Euskirchen) stammenden Josef Weiss (1893-1976) erinnert, der ein bedeutender deutscher Zeitzeuge des Holocaust war. Er wurde als jüdischer Lebensretter und 1944/45 vier Monate lang als respektierter „Judenältester“ im so genannten „Sternlager“ des Konzentrationslagers Bergen-Belsen bekannt. Im Gegensatz zu den unzähligen „Funktionshäftlingen“ der Ghettos und Konzentrationslager galt er auch nach dem Zweiten Weltkrieg als allseits akzeptierter und anerkannter jüdischer Zeitzeuge.

„Jupp“ Weiss wurde heute vor 125 Jahren geboren (16. Mai 1893). Vor fünf Jahren widmete ihm der Rundfunk - WDR, ZeitZeichen vom 16. Mai 2013. (Podcast) - eine 15minütige Sendung, die als dauerhaftes „Zeitzeichen“ jederzeit abrufbar ist: Geburtstag des Josef Weiss – 16. Mai 1893. Anlass war die posthume Ehrung in Form einer Straßenbenennung und Gedenktafel.

Insgesamt 3 Stunden lang interviewte die WDR-Journalistin Irene Geuer die Vertreter des Flamersheimer Vereinskartells Paul-Josef Kau und Hans-Dieter Grützner, Reinhard Zahel als den Initiator der Gedenkfeier zur Erinnerung an Josef Weiss sowie mich als Autor des Buches Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen.

Die 15minütige Sendung wurde am 16. Mai 2013 vom WDR 3 und 5 sowie vom NDR ausgestrahlt und hatte nach offiziellen Angaben sehr viele Zuhörer. In der Ankündigung hieß es:

testEr war der letzte Judenälteste im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Und er war ein Menschenretter, über den es hieß: Er war mutig, ohne waghalsig zu werden.

Josef Weiss aus Flamersheim - heute ein Stadtteil von Euskirchen - musste 1933 wegen seines jüdischen Glaubens mit seiner Familie in die Niederlande flüchten. Dort begann er, der eigentlich ein Kaufmann war, eine zweite Karriere als Menschenretter. Er schmuggelte jüdische Kinder aus Deutschland über die Grenze. Später, in Bergen-Belsen nutzte er seine von den Nazis aufgezwungene Rolle als Judenältester nicht, um eigennützig Vorteile daraus zu ziehen.

Er rettete viele Menschen, weil er unter anderem den Nationalsozialisten falsche Angaben über die Zahl der gestorbenen Insassen machte, um mehr Essensrationen für die Lebenden herauszuschlagen. Ein lebensgefährliches Unterfangen.

 

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Die Radiosendung befasst sich detailliert mit der Biographie von Josef Weiss und der o.a. Holocaust-Dokumentation sowie mit der Erinnerungsfeier und diesbezüglichen Straßenbenennung in Euskirchen-Flamersheim am 13. Mai 2013.

13.05.2018

Angebot für Regionalhistoriker: Verkauf der Protokollbücher des Euskirchener Kriegervereins (1871–1912)

Auch der Euskirchener Kriegerverein (1871-1912) war ein vereinsrechtlich bestimmter Zusammenschluss und eine Interessenvereinigung ehemaliger Soldaten jeden Ranges. Anfangs vertrat auch er nur Soldaten, die an Feldzügen teilgenommen hatten, dann alle Gedienten. Der ursprüngliche Zweck eines „Kriegervereins“ bestand darin, würdige militärische Bestattungen nach dem Ableben bedürftiger Kameraden sicherzustellen und die Hinterbliebenen zu unterstützen. Hinzu kamen frühzeitig die Pflege der Kameradschaft und der militärischen Tradition, die Beschwörung gemeinsamer Erlebnisse (und Siege) und die stets betonte Verbundenheit mit Kaiser und Vaterland. Kriegervereine dienten auch der Geselligkeit und demonstrierten in jeder Stadt des gesamten Deutschen Reiches ein zeitgemäßes militärisches Selbstbewusstsein. Sie waren weitestgehend neutral und parteipolitisch unabhängig.

 

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Ausgelöst durch die Reichsgründung 1871, kam es bereits 1873 zum ersten großen, allerdings auf Preußen und die angeschlossenen Staaten beschränkten Dachverband, dem „Deutschen Kriegerbund". Er umfasste bereits um die Jahrhundertwende 9.400 Vereine mit einer dreiviertel Million Mitgliedern. Einer davon befand sich in der Kreisstadt Euskirchen.

Exemplarisch kann all dies – ganz besonders am Beispiel der Euskirchener Stadtgeschichte - auch den drei Euskirchener Protokollbüchern entnommen werden, die sich in meinem Archiv befinden und ab sofort gegen Höchstgebot verkauft werden sollen. Für eine eigene Aufarbeitung finde ich selber keine Zeit mehr.

 

 

Zurzeit reduziere ich den Bestand meines umfangreichen Archivs und biete daher den Lesern meiner regionalhistorischen Homepage die drei umfangreichen Bände des Euskirchener Kriegervereins (1871-1912) zum Verkauf an.

07.05.2018

Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum Köln (10. Mai bis 1. Juli 2018): „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“

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Im Jahre 1993 war die Wanderausstellung der Anne-Frank-Stiftung, Amsterdam „Die Welt der Anne Frank 1929–1945“ in Euskirchen zu Gast. Dies wurde mit Unterstützung des Kultusministers des Landes Nordrhein-Westfalen, in Zusammenarbeit mit dem Kultursekretariat NRW in Gütersloh, ermöglicht. Ich hatte damals die Ehre, die Eröffnungsansprache zu halten. Vgl. Das Schicksal der Anne Frank und die Berührungspunkte zu Euskirchen.

Anne Frank und ihr Tagebuch sind jedem deutschen Schüler wohlbekannt: Ein jüdisches Mädchen, das sich mit seiner Familie bis zum Sommer 1944 in Amsterdam versteckte und schließlich trotz aller Mühen doch entdeckt und ins Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert wurde. Anne Franks Biographie steht beispielhaft für die Lebensgeschichten unzähliger Jüdinnen und Juden, die durch die Nationalsozialisten verfolgt und getötet wurden.

Groß war bereits im April 2007 das Interesse an der Kölner Ausstellung „Anne Frank – Ein Mädchen aus Deutschland“, die im NS-Dokumentationszentrum viele Besucher mit der Thematik konfrontierte.

testGanz aktuell ist nun die Ausstellung des Anne Frank Zentrums e.V. in Berlin, inZusammenarbeit mit dem Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Sie ist in der Zeit vom 10. Mai bis zum 1. Juli 2018 im erwähnten NS-Dokumentationszentrum zu sehen: „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“. Hierzu heißt es:

Die Ausstellung verbindet die persönliche Geschichte von Anne Frank und ihrer Familie mit der Geschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, des Holocaust und des Zweiten Welt­kriegs. Neben der Perspektive der Verfolgten und ihrer Helfer wird die Perspektive von Mitläufern und Tätern dargestellt.

Anne Frank, 1929 in Frankfurt am Main geboren, wanderte mit der Familie 1933/34 in die Niederlande aus. Nach der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht und der systematischen Verfolgung der jüdischen Be­völkerung tauchte die Familie im Juli 1942 unter. Sie lebten auf engstem Raum mit vier weiteren Bekann­ten.

testAnne hielt die oft bedrückenden Geschehnisse wie auch ihre Sehnsüchte in ihrem Tagebuch fest, ein Geschenk zu ihrem 13. Geburtstag. Die Untergetauch­ten wurden im August 1944 verraten, verhaftet und deportiert. Anne starb im
Konzentrationslager Bergen-Belsen. Als einziger überlebte Annes Vater, Otto Frank. Er veröffentlichte im Sommer 1947 Annes Tagebuch.

Kernstück der Ausstellung ist ein Gedankenraum, der sich der lan­gen Zeit im Versteck widmet. Audiozitate würdigen Anne Frank als Tagebuchschreiberin und Chronistin ihrer Zeit. Sie ermöglichen ein Nachdenken über die Parallelen und Unterschiede zwischen gestern und heute. Die Ausstellung zeigt auch die Geschichte des Tagebuchs seit seiner Veröffentlichung.

Veranstaltung: „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte
Ort: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln

Zeit: 10. Mai bis 1. Juli 2018. Dienstag bis Freitag 10-18 Uhr, Samstag, Sonntag u. Feiertag 11 – 18 Uhr. Jeden ersten Donnerstag im Monat bis 22 Uhr. Pfingsten geöffnet.

29.04.2018

Gymnasium Marienschule Euskirchen feiert sein 150jähriges Bestehen (2018)

Im Herbst dieses Jahres feiert in Euskirchen das Gymnasium Marienschule sein 150jähriges Bestehen. Hierauf wies ich auch schon in meinen NEWS vom 22.06.2017 hin.

Im Laufe dieser Zeit entwickelte sich die Schule von der „höheren Töchterschule“ zum modernen Ganztagsgymnasium. Zwei große Chroniken wurden seit 1978 publiziert. Kleinere Auszüge befinden sich auch meiner regionalhistorischen Homepage. Vgl. diesbezüglich auch die dort ergänzenden Links. Dass nun eine dritte Chronik im Herbst erscheint, vervollständigt die Historie des Euskirchener Gymnasiums, und unzählige Fotos werden Erinnerungen wecken.

 

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Das Lehrerfoto zum Beispiel zeigt das Kollegium des Schuljahres 1975/76. In der Mitte der vorderen Reihe erkennt man die damalige Schulleiterin Dr. Auguste Röttger, die sich um die Entwicklung der Schule sehr verdient gemacht hat und im März 1977 den päpstlichen Orden Pro Ecclesia et Pontifice erhielt.

Ein Höhepunkt, dem alle schon entgegenfiebern, ist das große Ehemaligentreffen am 22. September. Am Samstag, dem 17. November, steigt der offizielle Festakt zum 150-jährigen Bestehen. Festredner ist Prof. Dr. Paul Konrad Liessmann aus Wien.

23.04.2018

Ehrung für langjährige Erinnerungsarbeit

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Dem früheren Kapitän zur See der Bundesmarine, Peter Mohr aus Rheinbach, wurde am 19. April 2018 im Ratssaal Glasmuseum der Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes überreicht. Hiermit wurde sein langjähriges Bemühen gewürdigt, den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bleibende Gedenkstätten zu schaffen. Der 82jährige erhielt hiermit die verdiente Würdigung für sein „ehrenamtliches Engagement und bürgerschaftlichen Gemeinsinn“. Immer wieder setzte er sich dafür ein, die Erinnerung an die Gräueltaten der Nationalsozialisten – vor allem in der Region – nicht mit einem Schlussstrich versehen zu lassen. Die Kontaktaufnahme mit vielen Zeitzeugen und die Auflistung der von jeher in Rheinbach beheimateten Juden sind anerkennenswert.

Bereits in meinen NEWS vom 11. Januar 2017 wies ich auf Peter Mohrs Versuche hin, einen wichtigen Teil der Rheinbacher Geschichte aufzuarbeiten.

In den Ansprachen lobten Bürgermeister Stefan Raetz und Notburga Kundert, stellvertretende Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, das Engagement von Peter Muhr, der rückblickend meinte:

„Die kleine Tafel an der Schweigelstraße, die an den Standort der früheren Rheinbacher Synagoge erinnerte, motivierte mich in den 1980-er Jahren. Sie nahm eher auf das zerstörte Gebäude Bezug und weniger auf die ermordeten jüdischen Mitbürger. Ich wollte den ermordeten Menschen, ihren Namen wiedergeben…“.

Konsequent initiierte er die 2002 eingerichtete Gedenkstätte im Innenhof des Rheinbacher Rathauses für die von den Nazis ermordeten Rheinbacher Juden. Über sein Engagement bezüglich der im Jahre 2017 eingeweihten Gedenkstätte für die 1945 hingerichteten drei jungen ukrainischen Zwangsarbeiter im Stadtpark von Rheinbach hatte ich bereits auf meiner Homepage berichtet. Vgl. Deutliches Bekennen zum NS-Verbrechen von Rheinbach – Einweihung eines Mahnmals zur Erinnerung an die Ermordung von drei ukrainischen Zwangsarbeitern

Anne Henk-Hollstein, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, die den Rheinlandtaler offiziell überreichte, erinnerte u.a. an das tragische Schicksal des mutigen Rheinbacher Friseurmeisters Karl Anton Degen, der als aufrechter Katholik auch Juden bediente und dafür im KZ landete, wo er 1943 starb. Es sei Peter Muhr zu verdanken, dass in Rheinbach dieses Schicksal nicht vergessen wird.

Zuletzt habe Mohr gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Rheinbacher für Stolpersteine“ Erinnerungssteine des Künstlers Gunter Demnig vor den ehemaligen Häusern deportierter Juden in der Stadt verlegen lassen.

19.04.2018

„Speicherfund“: Zwei Bilder des Euskirchener Heimatmalers Jean Spessart

Nur wenige Euskirchener Künstler malten ihre Heimat und deren Umgebung so liebevoll wie Jean Spessart, (*1886; †1961), der allmählich in Vergessenheit gerät. Er hatte sich in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts hauptsächlich die Aufgabe gestellt, typische Winkel der Kreisstadt Euskirchen durch Zeichnungen zu verewigen.

 

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An ihn, auf den ich schon einmal vor einiger Zeit in 2 Online-Artikeln hingewiesen habe, sollte aber heute erneut erinnert werden. Vgl.:

Jean Spessart: Alte Euskirchener Stadtansichten

Vor 30 Jahren: Pläne für die Gestaltung des Pläne für die Gestaltung des historischen Marktplatzes von Euskirchen (1980)

Auch wenn Jean Spessart nicht unbedingt zu den renommierten Eifelmalern zählte wie zum Beispiel Konrad Schäfer, so ist ein „Speicherfund“ doch erwähnenswert. Zwei Bilder aus den ersten Nachkriegsmonaten wurden neulich von einem Eifeler gefunden und sollen demnächst zum Kauf angeboten werden.

 

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Trotz leichter Beschädigungen könnten Eifelbild-Interessierte oder Heimatforscher mit diesen 2 Bildern ihre Sammlung vervollständigen. Zu sehen sind die alte Mechernicher Kirche und ein Blumenstrauß. Gerne leite ich Anfragen weiter.

14.04.2018

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Unter der Überschrift Immer wieder auch in Euskirchen: Jüdische Spurensuche in der ehemaligen Heimat stellte ich vor etwa 10 Jahren die jüdische Familie Breschinsky (Breschinski) vor, die am 23. September 1938 – nur wenige Wochen vor der „Reichskristallnacht“ - fluchtartig die Kreisstadt Euskirchen verließ und nach Palästina emigrierte. So rettete der am 5. Mai 1901 in Polen geborene Max Breschinsky die vierköpfige Familie und baut in Haifa eine neue Existenz auf. Damit kam die jüdisch-polnische Familie der bevorstehenden Ausweisung zuvor. Im Jahre 1961 verlor er jedoch bei einem Verkehrsunfall sein Leben.

Mit der heute in Israel lebenden Tochter Ruth Azoulai (*1933) und ihrem Bruder Isel (*1935, heute USA) stehe ich in persönlichem Kontakt. „Ruthi“ besuchte im Jahre 2008 Euskirchen und stand nachdenklich vor dem Haus in der Wilhelmstraße 33, in dem sie einst wohnte und ihr Vater das Lederwarengeschäft Werthheim & Breschinsky besaß.

Das mir überlassene Familien- und Fotoarchiv dokumentiert ein jüdisches Schicksal, das zwar leider vielen anderen ähnelt, aber sich en detail doch unterscheidet. Ein markanter Unterschied ist die Tatsache, dass Max Breschinsky kein „typischer“ jüdischer Flüchtling war, der seine polnische Heimat verlassen hatte, nur um künftig in Deutschland zu leben. Nein! Er wurde als 14jähriger im Kriegsjahr 1915 von den Deutschen auf der Straße festgenommen und zwangsweise in das Deutsche Reich deportiert. Nur die Tatsache, dass der Jugendliche nicht mehr in seine Heimat zurückkehren konnte, ist die politische Ursache, dass er Ende Oktober 1938 – mit seiner in Euskirchen gegründeten Familie – infolge der Polenaktion - mit etwa 17.000 polnischen Juden aus Deutschland - ausgewiesen werden sollte. Dieser Maßnahme konnten sich die Breschinskys durch ihre offizielle Emigration zuvorkommen (…).

 

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(…) In dem Familienarchiv fand ich neben vielen Fotos auch mehrere Ausweise und Bescheinigungen, die von der Stadtverwaltung Euskirchen ausgestellt worden waren. Ein Dokument bestätigt mit offiziellem Stempel und der Unterschrift des städtischen Beamten die „Zwangsverpflichtung“ (somit Deportation) des damals 14jährigen Max Breschinsky. Bisher hatte ich derartiges noch niemals in einem Archiv gefunden und daher möchte ich auf „derartiges“ mal hinweisen.
Mein Hinweis könnte vielleicht auch unter dem Gesichtspunkt „Flüchtlinge“, „Einwanderer“ oder „Emigranten“ betrachtet werden – also unter einem recht aktuellen und komplizierten Aspekt ….

Der vollständige Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

07.04.2018

Aktiv gegen Rassismus und Rechtsextremismus im Kreis Euskirchen

Die Leser meiner seit dem Jahre 2006 bestehenden regionalhistorischen Homepage wissen, dass ich mich zusätzlich auch hier mit der deutsch-jüdischen Geschichte der Region Bonn – Köln – Aachen und der diesbezüglichen Versöhnungsarbeit befasse. Die langjährige Arbeit richtet sich somit auch gegen Rassismus sowie Neofaschismus und Rechtsextremismus.

In diesem Zusammenhang weise ich ebenfalls auf andere Aktivitäten hin, die sich mit derselben Thematik und Problematik befassen. Heute geht es um das wichtige Informationstreffen der Akademie Vogelsang IP: „Aktiv gegen Rassismus und Rechtsextremismus im Kreis Euskirchen.“

Die Veranstaltung in der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang ist zusätzlich als Erweiterung zu einem „Vernetzungstreffen zum Förderprojekt NRWeltoffen“ anzusehen, denn bis zum Jahresende 2018 soll ein „lokales Handlungskonzept gegen Rassismus und Rechtsextremismus im Kreis Euskirchen“ entstehen.

 

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Aus der o.a. Einladung zur kostenlosen Veranstaltung am 24. April, die sich an alle interessierten Menschen richtet, ist ersichtlich, dass bisherige Erkenntnisse und Aktivitäten vorgestellt werden und die künftige Kooperation mit interessierten Aktivisten organisiert werden soll.

Informations – und Vernetzungstreffen der Akademie Vogelsang IP
am 24. April 2018, von 17.00 – 19.00 Uhr
im Panoramaraum des Forum Vogelsang IP

01.04.2018

Am 1. April 2018 jährt sich zum 85. Mal der erste große Juden-Boykott der Nationalsozialisten. Hier ging es um den organisierten Boykott jüdischer Geschäfte, Warenhäuser, Banken, Arztpraxen, Rechtsanwalts- und Notarkanzleien. Er war vom NS-Regime seit März 1933 geplant und wurde am Samstag, dem 1. April 1933, in ganz Deutschland durchgeführt. Damit nahm die NS-Regierung erstmals und gezielt eine nur gegen Juden gerichtete Maßnahme in Angriff, die seit dem 25-Punkte-Programm der NSDAP (1920) als geplante Verdrängung der deutschen Juden aus dem Wirtschaftsleben propagiert worden war.


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Quelle: Hans-Dieter Arntz: „REICHSKRISTALLNACHT“ – Der Novemberpogrom auf dem Lande,Aachen 2008, Seite 28

 
Ich möchte auch in diesem Jahr wieder auf den systematischen Anfang der NS-Judenverfolgung hinweisen, d.h. hier exemplarisch auf den Verlauf des „Boykott-Tages“ vom 1. April 1933 in Euskirchen. Er wurde auch schon in meinen Büchern JUDAICA – Juden in der Voreifel (1983) sowie „REICHSKRISTALLNACHT“ – Der Novemberpogrom 1938 auf dem Lande (2008, S. 27 bis 30) dargestellt. Man sollte nicht vergessen, dass es sich damals um den ersten Missbrauch staatlich nicht mehr unterbundener Übergriffe handelte, Vgl. 1. April 1933: Der „Boykott-Tag“ als Anfang vom Ende

 

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Unter der Überschrift „Ein neuer regionalhistorischer Fund zur NS-Zeit im Kreise Euskirchen“ wies ich in meinen NEWS vom 27. August 2017 darauf hin, dass ich bei der Übernahme eines bisher unbekannten Archivs auch Fotos vom „Boykott-Tag“ in Euskirchen fand. Es wurde am kommenden 1. April vor genau 85 Jahren gemacht und erstmals im „Euskirchener Wochenspiegel“ vom 16. August 2017 und auch in wochenspiegellive.de publiziert.

Der vollständige Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

23.03.2018

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In der Fachliteratur, die sich mit der Aufarbeitung der „jüngsten“ deutsch-jüdischen Geschichte befasst, stößt man immer wieder auf die versöhnlich klingenden Hinweise, nach denen die einst hier beheimateten Juden in das Gemeindeleben voll integriert waren. Wenn man aber in den regionalhistorischen Archiven nachforscht, gibt es doch nur noch wenige Belege hierfür. Das stellte ich vor einiger Zeit erneut fest, als ich mich mit meinem Online-Artikel Jüdische Sportler in Euskirchen befasste. (…)

(…) Inzwischen konnte ich feststellen, dass in größeren Ortschaften und Städten jüdische Freizeitgestaltung und soziales Miteinander bevorzugt in rein jüdischen Vereinen stattfand. (…)

(…) An diesen Sachverhalt wurde ich neulich wieder erinnert, als mir Leser meines Online-Artikels 110 Jahre Eifelverein, Ortsgruppe Euskirchen (1908-2018) – Die Chronik berichtet über das Gründungsjahr 1908 diesbezügliche Fragen stellten. Ihnen ging es um ein Foto, das mir im Jahre 1978 Frau Martha Cleffmann geb. Schnog († 15.12.1982) überließ.

Die im Jahre 1906 in Erp geborene und danach in Euskirchen lebende jüdische Zeitzeugin belegte damit, dass es zumindest im Jahre 1926 auf dem Lande jüdische Mitglieder im Euskirchener Eifelverein gab. Ihr Gruppenbild lässt fröhliche Zusammengehörigkeit erkennen, von dem sie in den vielen Interviews immer wieder schwärmte.

Offiziell jedoch lässt sich heutzutage von der Euskirchener Ortsgruppe keine jüdische Mitgliedschaft nicht mehr belegen. Das ist historisch bedauerlich, da sich dies auch sogar auf den gesamten Eifelverein, der heutzutage mit etwa 28.000 Mitgliedern immer noch zu den größten Wandervereinen in Deutschland zählt, bezieht. Gab es in der Eifel und Voreifel jüdische Wanderer, die im Eifelverein offiziell organisiert waren? (…)

 

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(…) Es geht also um den Nachweis jüdischer Vereinsmitglieder und deren „harmonische Integration“ bis etwa 1933.
Der Vorstand des Euskirchener Eifelvereins überließ mir freundlicherweise einige seiner frühesten Fotos, die für unsere Region Aufschluss geben könnten. Es handelt sich um Wanderungen nach Commern und Urft im Jahre 1927 (…)

Der vollständige Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

13.03.2018

Die Kreisstadt Euskirchen gehört zu den wenigen rheinischen Mittelstädten, die nachweislich bereits 1845 einen „Kindergarten" im ursprünglichen Sinne hatten (…).Vgl. meinen Online-Artikel: Aus der Geschichte der Kreisstadt Euskirchen: Kindergarten und gymnasiale Frauenbildung.

(…) Im „Volksblatt“ vom 30. September 1939 wurde der neue NSV-Kindergarten in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs vorgestellt.

 

 

Da der 2. Weltkrieg wenige Wochen vorher begonnen hatte, wurde er in der Alleestraße mit „neuzeitlich eingerichtetem Luftschutzkeller“ der Öffentlichkeit übergeben. Aus der Überschrift des Artikels von Hermann Vieth wird ersichtlich, dass die bestehenden „Erntekindergärten im Kreisgebiet als Hilfskindergärten weiter geführt“ werden sollten (…).

 

Das Kindergartenwesen im Kreis Euskirchen
Der neue NSV-Kindergarten Euskirchen wird am Montag eröffnet – Erntekindergärten im Kreisgebiet werden als Hilfskindergärten weiter geführt

von Hermann Vieth

(…) Wenn wir an dieser Stelle dem Kindergartenwesen im Kreis Euskirchen vermehrte Aufmerksamkeit in verschiedenen Artikeln schon geschenkt haben, so hat das seine Gründe, Zuerst haben die Kindergärten in dieser kriegswirtschaftlichen Zeit, wo auch die Frau mehr als sonst in einen Beruf eingespannt ist, an Bedeutung zugenommen, zum anderen ist die Eröffnung des neuen vorzüglich eingerichteten NSV-Kindergartens in Euskirchen, die nun endgültig für Montag, den 2. Oktober (1939) festgelegt ist, Anlass genug, auch die Bevölkerung der Vaterstadt über Segen und Wirken dieser hilfsbereiten Gemeinschaftseinrichtung aufzuklären (…).

test(…) Zur Beruhigung und Unterrichtung der Eltern sei auch noch gesagt, dass der Kindergarten Euskirchen einen neuzeitlich eingerichteten Luftschutzkeller besitzt, dessen Vorhandensein den Eltern eine große Sorge um ihre Kinder während eines etwaigen Fliegerangriffes nimmt (…).

(…) In einem großen Teil der Gemeinden des Kreises, wo Erntekindergärten bestanden haben, werden diese nun auf Initiative der Kreisamtsleitung und auf Wunsch vieler Eltern als Hilfskindergärten auch während des Winters weitergeführt. So ist das der Fall in Lommersum, Frauenberg, Großbüllesheim, Esch und Mülheim-Wichterich. Alle diese Kindergärten sind mit einem stabilen Luftschutzraum versehen, und der Kindergarten selbst befindet sich zum großen Teil in neu ausgestatteten oder neubezogenen Räumen (…).

(…) Die Kindergärtnerinnen, die staatlich geprüft sind, und ihre Helferinnen, übernehmen gemeinsam mit der Leitung der NSV die volle Verantwortung dafür, dass die Kinder durch die Betreuung im Kindergarten, eine erste Jugendzeit erleben können, wie sie nur der nationalsozialistische Staat in der Sorge um das Volkswohl seinen Pfleglingen angedeihen lassen kann. Übrigens ist es noch anerkennenswert, dass der BDM seine guten Kräfte dem Kindergartenwesen als Helferinnen im Kindergarten zur Verfügung stellt (…).

Der vollständige Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

09.03.2018

Dass die Verdienste historischer Persönlichkeiten von späteren Generationen dankbar anerkannt und gewürdigt werden, gehört zur Erinnerungskultur. Aber je größer der zeitliche Abstand zu ihrem Wirken wird, desto eher kommt es gelegentlich vor, dass sie heroisiert werden. In den etwa 40 Jahren meiner regionalhistorischen Arbeit stellte auch ich dieses Phänomen fest. (…..)

 


(…) Als regionalhistorisches Beispiel möchte ich die Diskriminierung und Verfolgung des damals in Euskirchen lebenden Vizepräsidenten des Deutschen Reichstages (1926-1933) anführen: Thomas Eßer (* 1870 in Schwerfen; † 1948 in Euskirchen). Wikipedia konstatiert seinen politischen Werdegang sowie seine Verfolgung im Dritten Reich (….).
(…) Ohne jetzt im Jahre 2018 auf die inzwischen vorliegenden Forschungsergebnisse diesbezüglicher Historiker einzugehen, möchte ich auch auf meiner Homepage festhalten, dass ich bereits im Jahre 1983 Thomas Eßer als Verfolgten, aber nicht als heroischen Widerstandskämpfer betrachte. Vorausgegangen waren damals mehrere Veranstaltungen zur Erinnerung an die „vielen Euskirchener Widerstandskämpfer“, entsprechende Zeitungsartikel und widersprüchliche Reaktionen darauf.

 

Thomas Eßer, Vizepräsident des Deutschen Reichstages (1926-1933),
 Collage in: Hans-Dieter Arntz „JUDAICA- Juden in der Voreifel“(1983), S. 165

Meine Ansicht begründete ich am 21. Februar 1983 in einem Leserbrief an den Kölner Stadt-Anzeiger, Teil Euskirchen/Eifeler Land:

Verfolgter, kein Widerstandskämpfer

Diskussion um den 30. Januar 1933 und seine Folgen:
Historiker H.-Dieter Arntz gegen Mythenbildung

Die Erinnerung an die Machtergreifung der Nazis vor 50 Jahren - am 30. Januar 1933 wurde Hitler Reichskanzler - hat, begünstigt durch den Wahlkampf, wie kein anderes Ereignis politische Emo­tionen freigesetzt. In Anspra­chen und Leserbriefen wurde die Vergangenheit beschworen, wobei mit den geschichtlichen Tatsachen nicht immer mit der gebotenen Sorgfalt und Genau­igkeit umgegangen wurde, so dass es zu Missdeutungen und Missverständnissen kam. Um Klarheit zu schaffen und, wie er selbst schreibt, der Mythenbil­dung entgegenzutreten, veröf­fentlichen wir deshalb einen Le­serbrief des Historikers Hans-Dieter Arntz, der sich seit Jahren mit der Geschichte des Nationalsozialismus im Kreise Euskir­chen befasst und dazu auch schon zahlreiche Beiträge veröf­fentlicht hat.

 H.D. Arntz schreibt:

Als sich der so genannte „Tag der Machtergreifung“ zum 50. Mal jährte, wurden die Bürger des Kreises Euskirchen zu einer Gedenkfeier eingeladen. Große Anzeigen in den Tages- und Wo­chenzeitungen begründeten dies: „Millionen Menschen wurden verfolgt, gefoltert und getötet. Aber es gab auch Bürger unseres Landes, die dem Naziregime aktiv Widerstand geleistet haben, darunter viele Bürger aus dem Kreis Euskirchen“ (……).

Der vollständige Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

04.03.2018

ISIDORS BRIEFE – Über die Korrespondenz eines Juden aus Euskirchen

Druckfrische Restexemplare der inzwischen vergriffenen Auflage „ISIDORS BRIEFE“
sind noch beim Autor persönlich zu erhalten.

 

testMein im Jahre 2009 erschienenes Buch „Isidors Briefe“, das aufgrund vieler persönlicher Dokumente ein wichtiges Kapitel der Judenverfolgung in Euskirchen und der Voreifel darstellt, war seit einiger Zeit nicht mehr im Buchhandel zu erwerben. Auf meinen besonderen Wunsch hin konnte mir nun der Helios Verlag Aachen noch einmal mehrere druckfrische Exemplare zur persönlichen Verwendung überlassen. Interessierte Leser können sie zum ermäßigten Preis bei mir online bestellen.

Das Buch, das sich auch besonders für den Schulunterricht eignet, wurde am 27. Oktober 2009 in Anwesenheit vieler Gäste im Parkhotel der Kreistadt Euskirchen vorgestellt. Der Verlag hieß u.a. die regionale Presse und Radio Euskirchen sowie Dr. Neugröschel als Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Aachen willkommen. Ehrengäste waren Thomas Kremer als Repräsentant des Katholikenausschusses Köln sowie Wilfried Johnen, damaliger Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein. Besonders ihm war die Buchvorstellung und deren Thematik ein besonderes Anliegen.

 

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25.02.2018

Klezmer-Musik in unserer Region

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Um das Bemühen für ein interkulturelles Deutschland und gegen Antisemitismus zu unterstützen, weise ich auch in diesem Jahr wieder auf die musikalische und dadurch bewegende Form der Erinnerungskultur hin.

Das „Ensemble Kol Colé“ („Klang aus Colonia“, Köln) lädt zu neuen klangvollen Klezmer-Konzerten und anschließenden Diskussionen in unserer Region ein. Ich habe mich selber mehrfach davon überzeugen können, wie dies zur Auseinandersetzung mit der deutsch-jüdischen Geschichte aufruft.

Klezmer bedeutet seit dem 15. Jahrhundert vorwiegend instrumentale Musik und ist ein wesentlicher Teil der Volksmusiktradition des aschkenasischen Judentum. Die Musik ist durch ihre charakteristischen an die menschliche Stimme erinnernden Melodielinien leicht erkennbar. Das Foto von Menakhem Kipnis aus dem Jahre 1925 zeigt ukrainische Klezmer-Musikanten, die bei einer Hochzeit die Ankunft des Bräutigams begleiten.

testAuch das „Ensemble Kol Colé“ identifiziert sich mit diesen typischen Melodien, Tango-Rhythmen und originellen lebhaften Interpretationen der traditionellen Musik. Bereits in den letzten Jahren habe ich auf meiner regionalhistorischen Homepage das verdienstvolle Engagement von Bella Liebermann und ihres Ensembles „Kol Colé“ erwähnt. Vgl. meine NEWS vom 16. Juni 2017 sowie vom 2. März 2017 und 2. Juli 2016.

Termine:
Frechen: 25. Februar 2018, Klezmer-Konzert, 18:00, Alt St. Ulrich, Ulrichstr. 110
Niederzissen: 12. Mai 2018, 19:00, Ehemalige Synagoge Niederzissen, Mittelstr. 30

Alle Konzerte finden in folgender Besetzung statt:
Bella Liebermann: Gesang - Klavier - Zimbaly
Daniel Marsch: Akkordeon - Gesang
Igor Mazrizsky: Geige 
Roman Nedzvetskyy: Klavier

22.02.2018

(…) Die Euskirchener Ortsgruppe des Eifelvereins wurde vor genau 110 Jahren gegründet. Im Februar 1908 trafen erstmals Euskirchener Honoratioren zusammen, um Ziel und Zweck des neuen Vereins festzulegen:

„Erschließung der Eifel in touristischer, wirtschaftlicher, geschichtlicher und naturgeschichtlicher Hinsicht, Heimatpflege – Naturschutz – Förderung des Wanderns.“

(…) Die kleine Jubiläumsschrift „1908 – 1958. Eifelverein Ortsgruppe Euskirchen“ unter der Schriftleitung von Karl Otermann berichtet detailliert über das Gründungsjahr 1908 (…).

 

testDer Vorstand des Eifelvereins Euskirchen, in: 1908 – 1958. Eifelverein Ortsgruppe Euskirchen, Kümpel-Verlag 1958, S. 23 (Fotoarchiv: Hans-Dieter Arntz)

(…) Abschließend sei vermerkt, dass beim 50jährigen Jubiläum im Jahre 1958 die Euskirchener Ortsgruppe mit mehr als 500 Mitgliedern zu den relativ stärksten Vereinigungen des Eifelvereins zählte. Heute, im Februar 2018, geht es nun um das 110jährige Jubiläum (1908 – 2018). Die Gründung der Ortsgruppe gehört zweifellos zur Geschichte der Kreisstadt Euskirchen, da sie auch kulturell und sozial wertvolle Impulse gab.

Die Chronik berichtet über das Gründungsjahr 1908

von Karl Otermann

In: 1908 – 1958. Eifelverein Ortsgruppe Euskirchen, Kümpel-Verlag 1958, S. 15 - 17

 

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Der vollständige Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

16.02.2018

Veranstaltung des NS-Dokumentationszentrums Köln: Unbekannter NS-Propagandafilm im Ghetto Theresienstadt

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Der Veranstaltungskalender des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln weist darauf hin, dass am 1.März 2018 im EL-DE-Haus zwei Filmfragmente zu sehen sind, die von historisch wertvollen Filmaufnahmen aus dem Jahre 1942 übrig geblieben sind. Sie beinhalten einen kurzen Einblick in das Ghetto Theresienstadt (ein NS-Sammel-/Konzentrationslager im heutigen Terezín in Tschechien) und werden im Rahmen eines Vortrags von Katja Sindemann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Es handelt sich hierbei nicht um den inzwischen teilweise bekannt gewordenen Entwurf für einen NS-Propagandafilm aus dem Jahre 1944 „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“, der von dem Regisseur und Drehbuchautor des Films Kurt Gerron (1897-1944) gedreht werden musste. Er wurde als Jude von Nationalsozialisten verfolgt und interniert und schließlich von der SS gezwungen, den testvorgeblich dokumentarischen Film „Theresienstadt - Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet“ zu inszenieren. Hier sollten noch kurz vor Kriegsende die angeblich guten Lebensverhältnisse im Ghetto Theresienstadt (ein NS-Sammel-/Konzentrationslager im heutigen Terezín in Tschechien) dargestellt und damit die Vernichtungspolitik des NS-Regimes verschleiert werden.

In der o.a. Veranstaltung vom 1. März 2018 geht es um cineastische Relikte, die von Irena Dodals (1900-1989) 1942 avisierten Film „Theresienstadt 1942“ erhalten geblieben sind.

Ihr vollständige Film gilt jedoch als verloren. Szenen aus dem Streifen wurden aber 1994 in der Filmoteka Narodowa in Warschau entdeckt. Weitere Fragmenten befinden sich in Národní filmový archiv (Nationalfilmarchiv) in Prag.

„Frage nicht!“ – Unbekannter NS-Propagandafilm im Ghetto Theresienstadt
Filmfragmente mit einem Vortrag der Historikerin Katja Sindemann,
Donnerstag, d. 1. März 2018 im EL-DE-Haus Köln, Appellhofplatz 23-25, 19 Uhr.

11.02.2018

190 Jahre Euskirchener Karneval – Organisierter Maskenzug seit 1828

Bei der Betrachtung neulich entdeckter Karnevalsbilder aus der anfänglichen NS-Zeit in Euskirchen, die gelegentlich noch einmal gesondert vorgestellt werden sollten -, fiel mir auf, dass der postnapoleonische Karneval im Euskirchen beinahe genauso alt ist wie der „Kölsche Karneval“. Daher möchte ich zur diesjährigen Karnevalszeit an einiges aus der regionalen Historie erinnern. Vgl. auch die unten angeführten Links.

Das Kölner „Festordnende Komitee“, das der bis dahin ungeordneten kölnischen Fastnacht eine neue Richtung und einen neuen Inhalt geben sollte, wurde 1823, nur fünf Jahre vor dem bereits bestehenden „Euskirchener Maskenzug“ gegründet. Viele Karnevalisten der Voreifeler Kreisstadt wissen das gar nicht.

 

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Fotos aus dem „Euskirchener Intelligenzblatt“ v. 14. 02. 1874 und der „Euskirchener Zeitung“ vom 27. 02. 1892)

 

Unter der Überschrift „Oeskerchens Fastelovend immer älter“ fasste Karl Otermann – ehemaliger Kreisarchivar und Kulturreferent des Kreises Euskirchen sowie damaliger Vorsitzender des Vereins der Geschichts- und Heimatfreunde des Kreises Euskirchen – die Anfänge des Euskirchener Karnevals zusammen. Er publizierte im Heimatkalender 1959 den Beweis, wonach die Euskirchener schon 1842 Weiberfastnacht gefeiert hatten (S.114/115).

Dabei bezog er sich auf einen früheren Hinweis des kurz vorher verstorbenen Heimatforschers Peter Simons (1877-1956). Otermann selber fand dann später, bei der Neuordnung des Amtsarchivs Kuchenheim, für das Jahr 1828 eine „allerhöchste Kabinettsordre der königlich-preußischen Majestät“ (1828) - natürlich nicht einer närrischen Tollität -, die von historischer Bedeutung ist:

„Des Königs Majestät haben, wie Sie aus meiner Mitteilung vom 4. Mai 1828, in einer allerhöchsten Kabinettsordre vom 20. März eiusdem zu erklären geruhet, dass in den Rheinprovinzen Karnevals-Maskeraden nur in denjenigen größeren Städten erlaubt sein soll, wo sie herkömmlich von Alters her Statt gefunden haben. In kleineren Städten sind demnach dergleichen Maskeraden gänzlich verboten."

testIntelligenzblatt v. 14. 22. 1874


Ein bedeutsamer Fund ist dem ehemaligen Kreisoberinspektor Peter Linden zu verdanken, der im Jahre 1957 zufällig in einer beim Staatsarchiv Düsseldorf aufbewahrten Euskirchener Akte Wesentliches zum Euskirchener Karneval fand. Seitdem besteht eine amtliche Aussage zum Ursprung des ersten Euskirchener Maskenzuges, der auf das Jahr 1828 zurückgeht (...).
Man weiß inzwischen, dass Bürgermeister Peter Joseph Ruhr (1850-1871) den Behörden gegenüber bestätigte, dass „in der Kreisstadt Euskirchen altherkömmlich und namentlich vor dem Ober-Präsidial-Erlasse vom 21. April 1828" tatsächlich schon ein Maskenzug stattgefunden habe (...).

(...) Der damalige Archivar Karl Otermann resümiert: „Da bisher weitere dokumentarische Beweise fehlen, dürfen wir also getrost und auch glücklich in Bürgermeister Ruhr den Gewährsmann für einen Euskirchener Maskenzug vor 1828 haben. Die nahe Lage zu Köln hat - und das überrascht gar nicht - also recht schnell die Neuheiten im Kölner Karneval auch nach Euskirchen ausgestrahlt“.

All das bedeutet, dass der Euskirchener Karneval in diesem Jahr wahrscheinlich schon mindestens 190 Jahre alt ist.

07.02.2018

Women’s Experiences in the Holocaust – In Their Own words

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Seit Jahren stehe ich mit der britischen Schriftstellerin Agnes Grunwald-Spier in Kontakt, die in ihrer vorletzten Dokumentation „Who betrayed the Jews? The Reality of Nazi Persecution in the Holocaust“ auch auf mein Buch „Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen“ und Josef Weiss detailliert einging. Vgl. meine NEWS vom 09.11.2016.

Für ihre Holocaust-Dokumentationen wurde ihr vor wenigen Tagen - in Anwesenheit ihrer Familie – von der Sheffield University das „Honorary Doctorate of Letters“ verliehen.

Vor wenigen Tagen erschien ihr neues Buch, auf das ich meine englischsprachigen Leser aufmerksam machen möchte: Women's Experiences in the Holocaust – In Their Own words. Hier geht es um bemerkenswerte Frauen, deren Schicksal durch den Holocaust bestimmt wurde. Sie alle zeigten außergewöhnlichen Mut. In ihren eigenen Worte aus Memoiren, Briefen, Büchern und Interviews werden besondere Ereignisse festgehalten:

testThis book brings to light women’s experiences in the Holocaust. It explains why women’s difficulties were different to those of men. Men were taken away and the women were left to cope with children and elderly relatives and obliged to take on new roles. Women like Andrew Sachs' mother had to deal with organising departure for a foreign country and making choices about what to take and what to abandon. The often desperate hunt for food for themselves and those in their care more often than not fell to the women, as did medical issues. They had to face pregnancies, abortions and, in some camps, medical experiments. Many women wrote diaries, memoirs, letters and books about their experiences and these have been used extensively here.

The accounts include women who fought or worked in the resistance, like Zivia Lubetkin who was part of the Warsaw Ghetto Uprising. Dr Gisella Perl was a doctor in Auschwitz under the infamous Dr Mengele. Some young girls acted as Kashariyot, underground couriers between ghettos. Their varied experiences represent the extremities of human suffering, endeavour and courage.

The author herself is a survivor, born in 1944. Her mother struggled to keep her safe in the mayhem of the Budapest Ghetto when she was a tiny baby and dealt with the threat from Russian soldiers after the liberation of Budapest in January 1945.

Agnes Grunwald-Spier: Women's Experiences in the Holocaust – In Their Own words, Amberley Publishing (England), Januar 2018, Nr. 9781445671475

03.02.2018

Wie sich damals jüdische Flüchtlinge im Land der Retter verhielten und sich integrieren lassen wollten …

testVor einigen Jahren hatte ich einiges zur anwachsenden „Flüchtlingskrise“ auf meiner regionalhistorischen Homepage veröffentlicht. Vgl.:

Das derzeitige Asylanten- und Flüchtlingsproblem (2015) und ein Hinweis auf die Konferenz von Evian (1938)

Reaktionen auf meinen Online-Artikel über Asylbewerber und Flüchtlinge (2. Oktober 2015)

Unmut und Frustration wegen der schlecht organisierten Flüchtlingshilfe und wachsendem Rechtsradikalismus (13.02. 2016)

Mehrfach wurde ich darauf angesprochen, denn weiterhin scheint der Eindruck zu bestehen, dass die im Jahre 2015 begonnene „Flüchtlingskrise“ der Bundesrepublik noch nicht bewältigt ist und es große Probleme mit der avisierten Integration und dem Respekt vor unserem Wertesystem gibt. Dies scheint zum Vergleich mit früheren Zeiten und ähnlichen Situationen aufzurufen. Zumindest ist dies im Augenblick die Ansicht einiger einst aus dem Deutschen Reich geflüchteter Juden und Holocaust-Überlebender, die heute mit ihren Nachkommen in den USA und Israel leben.

Diese Leser meiner Homepage kritisieren das derzeitige Verhalten vieler in Deutschland einströmender Flüchtlinge aus aller Welt. Ein älterer Herr aus Israel betonte seine damalige Bereitschaft, sich sofort (nach Möglichkeit) der neuen Heimat anzupassen. Er überließ mir als Beweis das „Jeckeslied“ für „vielstimmigen Chor“, das er mit einem Auszug aus dem israelischen Magazin MB Yakinton, Nr. 276 vom Dezember 2015, belegte:

 

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Mit dem „Jeckeslied“ - einem Gedicht von Herbert Stein (Pseudonym: Tristan Leander) - das die Anpassungsbereitschaft jüdischer Flüchtlinge und Einwanderer in Palästina/Israel beinhaltet, leitet der Historiker Klaus Hillenbrand sein im S. Fischer Verlag erschienenes Buch Fremde im neuen Land. Juden in Palästina und ihr Blick auf Deutschland nach 1945“ ein. Es gibt zum Nachdenken Anlass …

31.01.2018

Zum Jahresprogramm 2018 von „SEELSORGE – Nationalpark Eifel und Vogelsang“

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Im Vorwort des soeben erschienenen Jahresprogramms 2018 von „SEELSORGE – Nationalpark Eifel und Vogelsang“ beschreibt Philipp Cuck, GdG-Leiter Hellenthal/Schleiden, die Aufgabe, die sich Pastoralreferent Georg Toporowsky und sein Team gestellt haben:

Die Nationalpark-Seelsorge will mit dafür „sorgen“, dass der Hunger nach Frieden und Gerechtigkeit und die Achtung für die Schöpfung Gottes nie verloren gehen.

Diese richtungweisenden Worte motivieren, irritieren aber anfangs auch. Immerhin handelt es sich bei dem regionalen Bereich nicht nur um den Nationalpark Eifel inmitten des Naturparks Hohes Venn-Eifel, sondern auch um den Umgang mit dem nationalsozialistischen Erbe der einstigen Ordensburg Vogelsang. Während einerseits die Naturschützer und Naturfreunde die Vielfalt der Nationalparkfläche sinnvoll zu nutzen wissen, muss andererseits die Bevölkerung erst an die Konfrontation mit der jüngsten Vergangenheit herangeführt werden. Hierzu dient u.a. seit dem 11. September 2016 das neue Besucherzentrum mit der Dauerausstellung Bestimmung: Herrenmensch. NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen. Sie stellt die Geschichte der NS-Ordensburg in Verknüpfung mit allgemeinen Themen des Nationalsozialismus dar.

Die Seelsorge im Nationalpark Eifel und Vogelsang befasst sich mit Klimawandel, Flüchtlingsströmen, der Suche nach einem gemeinsamen Wertegerüst in Europa und anderen aktuellen Brennpunkten.

Seit 6 Jahren prägen zusätzlich auch 17 „Juniorteamer“ im Alter zwischen 15 und 24 Jahren mit viel Engagement spezielle Programme. Besonders die Zeltlager für Kinder, die Schulorientierungstage und das Programm „Spirit on the water“ tragen ihre Handschrift. Sie erweitern die „interreligiöse Umweltbildung“, unter der man die Sensibilisierung und den ethisch-religiösen Zugang für die „Um-Welt als Mit-Welt“ versteht.

 

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Keineswegs als Gegensatz ist die vielseitige Auseinandersetzung mit der Ordensburg Vogelsang und dem menschenverachtenden Wertesystem des Nationalsozialismus zu verstehen. Auch Fragen rund um das Thema Asyl und Flüchtlinge gehören in diesen Zusammenhang. Einzelheiten zu den vielen Veranstaltungen – u. a. „3-tägige spirituelle Wanderungen“ – sowie zu Seminaren und Vorträgen sind dem Jahresprogramm 2018 von „SEELSORGE – Nationalpark Eifel und Vogelsang“ zu entnehmen.

SEELSORGE – Nationalpark Eifel und Vogelsang
GdG Hellenthal/Schleiden, Vogelsang 86a
53937 Schleiden
Tel. 02444 / 575 99 87 oder 0151 / 64 547 866

27.01.2018

Josef Weiss, der „Letzte Judenälteste von Bergen-Belsen“ und andere Zeugen des Holocaust

Erneut soll daran erinnert werden, dass der heutige 27. Januar der von den Vereinten Nationen im Jahre 2005 eingeführte Internationale Holocaust-Gedenktag - zum Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus – ist. 
Ein besonderer Augenzeuge der Judenverfolgung und des berüchtigten „Hungerlagers“ Bergen-Belsen war der aus Euskirchen-Flamersheim stammende  Josef Weiss, der als Protagonist meines umfangreichen Buches „Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen“ einen neuen Teilaspekt des Holocaust dokumentiert.

 

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Augenzeugenberichte erschüttern immer wieder. Wie in dem Hunger- und Todeslager Bergen-Belsen unzählige Juden und andere Häftlinge aus etwa 50 Nationen mit ihrem qualvollen Tod rechnen mussten, beschrieben mir am 28. Oktober 2007 der belgische Überlebende H.J. Duveen oder die bekannten Zeitzeugen und Autorinnen Anita Lasker-Wallfisch (England) und Hetty Verolme-Werkendam (Australien).Ganz bewusst möchte ich sie noch einmal im Bilde hervorheben und an sie erinnern.

 

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Viele Fotos über Phasen meiner eigenen Arbeit zum Thema „Holocaust“ wurden inzwischen im Internet gesammelt. Auf meiner regionalhistorischen Homepage befinden sich weiterhin viele diesbezügliche Beiträge sowie eine Radiosendung und ein YouTube-Film bezüglich der posthumen Ehrung von „Jupp Weiss“. Zum 710 Seiten starken Buch über den „Letzten Judenältesten von Bergen-Belsen“ kann man mehr auf meiner Website Weiteres erfahren. Vgl.: Zum neuen Buch: Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen (2012).

Der „Internationale Holocausttag“ erinnert konkret an den 27. Januar 1945, an dem die Rote Armee Auschwitz, das größte deutsche Vernichtungslager, befreite. Hier wurden mehr als eine Million Menschen vom rassistischen Nationalsozialismus unter unvorstellbar grausamen Bedingungen gefangen gehalten und gefoltert bzw. durch Zwangsarbeit, Erfrieren, Nahrungsverweigerung, Erschöpfung, medizinische Experimente, unbehandelte Krankheiten, Exekutionen und schließlich durch Vergasen getötet. Meistens jedoch wurden die Juden sofort nach ihrer Ankunft getötet.

Meine weiteren Beiträge zum Holocaust sind unter „Zeugen des Holocaust in Riga, Bergen-Belsen, Auschwitz, Buchenwald und Theresienstadt“ abrufbar und sollen ein kleiner, informierender Beitrag zum heutigen „Internationalen Holocaust-Gedenktag“ sein. Meist haben sie auch einen regionalen Bezug.

24.01.2018

Historiker-Antrag: Späte Ehrung für Kölner Juden Dr. Moritz Wallach? Antrag auf Ehrung. Spurensuche in Südstadt! Wie ein Kölner Jude Held Israels wurde

In Ergänzung des Artikels im Kölner EXPRESS vom 28. Dezember 2017 erschien heute ein weiterer Beitrag von Ayhan Demirci zur Benennung einer Straße nach Dr. Moshe (Moritz) Wallach (1866-1957). Er befasst sich – wie auch die u.a. Beiträge auf meiner Homepage – mit der posthumen Würdigung des in Köln geborenen jüdischen Mediziners.
Unter Vorlage meines Artikels hatte ich am 14.11. 2017 bei der Stadt Köln die Benennung einer Straße nach dem verdienstvollen Sohn der Domstadt beantragt. Es möge doch künftig heißen: „Dr.Moshe (Moritz)-Wallach-Straße“.
Ayhan Demircis heutiger Online-Aufruf für die Straßenbenennung und zur Diskussion in den sozialen Netzwerken lautet:

Historiker-Antrag: Späte Ehrung für Kölner Juden Dr. Moritz Wallach? Antrag auf Ehrung Spurensuche in Südstadt! Wie ein Kölner Jude Held Israels wurde

Ayhan Demircis / 24.01.18, 09:17 Uhr / Quelle: https://www.express.de/29399340 / ©2018

 

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22.01.2018

Der Internationale Holocaust-Gedenktag (27. Januar) ermahnt auch zum richtigen Umgang Jugendlicher mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

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Am 27. Januar ist der von den Vereinten Nationen in 2005 eingeführte Internationale Holocaust-Gedenktag - zum Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus. 

Auf Anregung des Staates Israel riefen die Vereinten Nationen den 27. Januar offiziell zum „Holocaust-Gedenktag“ aus. Hiermit will man jedoch nicht nur weltweit an die Befreiung des NS-Lagers Auschwitz erinnern, sondern auch das Gedenken der Shoah für künftige Generationen aufrechterhalten. Bereits im Jahre 1996 hatte der damalige Bundespräsident Dr. Roman Herzog dasselbe Datum zum „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“ erklärt und damit einen noch größeren Kreis der Opfer einbezogen. Bilder, die den Holocaust belegen, darf man einfach nicht vergessen!

Bereits in meiner NEWS vom 4. Januar dieses Jahres wies ich auf Aktivitäten hin, wie auch Jugendliche mit der Thematik konfrontiert werden können. Seit 1998 schlagen zum Beispiel Kölner Schüler einen besonderen Bogen aus der Vergangenheit in die Gegenwart und zugleich eine Brücke in die Zukunft. Dies ist eine sehr aktive Möglichkeit der „Vergangenheitsbewältigung“, die als „Kölner Konzept“ auch den Schulen unseres Kreises Euskirchen als Vorbild dienen könnte.

Das Zentrum für politische Bildung (ehemals GrenzGeschichteDG) an der Autonomen Hochschule in Eupen (Belgien) hat zum Beispiel aus diesem Anlass das Jugendtheater INSIDE eingeladen, die interaktive Eigenproduktion „(R)echte Freunde“ aufzuführen. In diesem Stück geht es darum, wie Jugendliche mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit umgehen! Diesbezüglich könnten auch andere Veranstalter angeregt und thematisch motiviert werden.

Kontakt:
Autonome Hochschule in der DG, Monschauerstr. 57, B - 4700 Eupen,
Tel.: + 32 - 87 59 05 13

19.01.2018

Unwetter in der Eifel und Voreifel bedeuteten immer Elend und Hunger. Daran wurde ich wieder durch das gestrige Orkantief „Friederike“ erinnert. Auf den Tag genau elf Jahre nach dem verheerenden Orkan „Kyrill“ fegte ein Unwetter, dessen Folgen in den heutigen Zeitungen ausführlich beschrieben werden, stundenlang über Nordrhein-Westfalen hinweg. Wie dpa mitteilte, zog „Friederike“ mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern vom Vormittag an quer über NRW und hinterließ fast überall Spuren der Zerstörung. Zahllose Bäume wurden entwurzelt und beschädigten Autos oder Gebäude, Dächer wurden durch die Böen abgedeckt, Fassadenteile wirbelten durch die Luft, Menschen wurden getötet…

 

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Um den regionalhistorischen Aspekt dieser Homepage zu berücksichtigen, weise ich in diesem Zusammenhang auf meine diesbezüglichen Artikel hin:

Naturkatastrophen und Notstände in der Eifel

Rückblick auf das Eifeler Klima: Zwei Unwetter über Euskirchen im Jahre 1837

Interessant ist vielleicht auch ein weiterer Beitrag, den ich am 22. August 1985 im Euskirchener Lokalteil der Kölnischen Rundschau veröffentlicht habe.

Dieser vollständige Zeitungsartikel „Hungersnöte, roter Faden durch die Heimatgeschichte.Viel Not durch harte Winter – Die umstrittene „Spezialität“ Froschschenkel war damals überlebenswichtig“ ist mit folgendem Link abrufbar:

11.01.2018

test(…) Als kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein dauerte, prägte die Romantik die Linde, wie auch die Eiche, sogar als „Baum der Deutschen“. (…) Hierauf weist im Jahre 1927 auch der Euskirchener Pädagoge Hugo Schmöle (1864–1941) hin, der sich wohl als erster mit der damals bekanntesten Linde der Stadt befasste (…).

(…) Als „Krusche Boom“ wurde hier einst ein besonderer Baum an der Kreuzung mehrerer Bezirksstraßen bezeichnet. Er war „kraus und dicht bewachsen“ und galt schon immer als ein markantes Naturdenkmal „vor dem Tore“, aber nicht am romantischen Brunnen, sondern unmittelbar am Ufer der Erft. Heute erinnert nur noch die Bezeichnung einer trostlosen Kreuzung an den viel zitierten „Krusche Boom“ am Rande der Kreisstadt Euskirchen. Er wurde etwa 1828 gepflanzt und 1975 aus verkehrstechnischen Gründen gefällt. Ein aktuelles Foto, das vor einigen Tagen in der Dämmerung gemacht wurde, erinnert nicht mehr an die wuchtige Linde von einst (…)

 

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(…) Damals wurde bei der Niederlegung eine durchmessergroße Scheibe aus dem Baum herausgeschnitten und einem Interessenten übereignet. Mangels entsprechender Verwendung verblieb jedoch das umfangreiche Holzstück jahrzehntelang in dunklen Abstellkammern und Garagen, ehe schließlich der 92-jährige Bernhard Koch in dem Euskirchener Arzt Dr. Peter de Faber einen dankbaren Abnehmer fand. Dieser wandte sich an den Tischlermeister Heinz Pretzel aus Euskirchen-Obergartzem und beauftragte ihn mit der Umfunktionierung der rohen Holzscheibe zu einer Tischplatte. Da Pretzels Spezialitäten u.a. Nachbau und Restauration alter Möbel und Türen sind, fiel es ihm nicht schwer, ein derartiges Erinnerungsstück einem praktischen Zweck zuzuführen.


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v.l.n.r. Dr. Peter de Faber, Sammler Bernhard Koch, Regionalhistoriker Hans-Dieter Arntz, Tischlermeister Heinz Pretzel


Die engagierten Euskirchener Heinz Pretzel und Dr. de Faber wollten nun etwas über die Historie des „Krusche Boom“ erfahren, was auf einer Plakette festgehalten werden soll. Gerne war ich bereit, unter Berücksichtigung lokaler Zeitungsartikel etwas Regionalkundliches beizusteuern, was ich mit dem beigefügten Online-Artikel tue. Patienten werden also künftig im Wartezimmer des Euskirchener Arztes Dr. Peter de Faber erfahren, an welchem „Relikt Euskirchener Natur- und Heimatgeschichte“ sie Platz genommen haben (…).

 

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(…) Die Anwesenheit bei der Bearbeitung der Holzscheibe war für mich somit der eigentliche Anlass, auch für meine regionalhistorische Homepage eine kleine „Baum-Chronik“ zu verfassen (…).

Der vollständige und bebilderte Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

08.01.2018

Zum Antrag einer „Dr. Moshe (Moritz)-Wallach-Straße“ in Köln. Hilfe auch durch „Kölner EXPRESS“ (28.12. 2017)

Unter Vorlage meines Artikels Dr. Moshe (Moritz) Wallach – Mediziner, jüdischer Pionier in Erez Israel und Ehrenbürger der Stadt Jerusalem beantragte ich am 14.11. 2017 bei der Stadt Köln die Benennung einer Straße nach dem verdienstvollen Sohn der Domstadt. Es möge doch künftig heißen: „Dr.Moshe (Moritz)-Wallach-Straße“. Die Begründung ergibt sich aus der Darstellung auf den Seiten 147–157 des Eifeljahrbuches 2018.

Die avisierte Straßenbenennung in Köln soll als posthume Ehrung des berühmt gewordenen jüdischen Mediziners Dr. Moshe (Moritz) Wallach gelten, der in der Domstadt geboren wurde und in seiner Jugend (anno 1876) im Filzengraben Nr. 25A und in der Rheinaustraße Nr. 15(anno 1888) wohnte. Im Jahre 1957 wurde er aufgrund seiner medizinischen und menschlichen Leistungen zum ersten Ehrenbürger der Stadt Jerusalem ernannt. An sein Lebenswerk sollte aber auch in Köln erinnert werden! (…)

Ende des letzten Jahres stellte ich mein Projekt den Lesern meiner regionalhistorischen Homepage vor: Antrag von Hans-Dieter Arntz zur Straßenbenennung in Köln nach Dr. Moshe (Moritz) Wallach . Die Begründung sei kurz zusammengefasst:

(…) Dr. Moritz Wallach, ein aus dem Rheinland stammender orthodoxer Jude, berufen zur praktizierten Nächstenliebe und in seiner Lebensleistung vielleicht mit einem Albert Schweitzer vergleichbar, verblieb an der Stelle – in Palästina, dann in Israel –, die er sich ausgesucht hatte. Dass er auch heute immer noch für den Staat Israel Vorbild und von Bedeutung ist, erkennt man an der Tatsache, dass selbst das Außenministerium ihn und sein Sha`are Zedek Hospital im Internet präsentiert( …).

Seitdem gab und gibt es viele positive Reaktionen. Die Arbeitsgemeinschaft Saar der Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. gehörte zu den ersten, die meinen Antrag online unterstützten.

 


Die deutschsprachige Website HaGalil - das „größte jüdische Online-Magazin in deutscher Sprache“ mit etwa 200.000 Zugriffen täglich – veröffentlichte am 22. Dezember 2017 meinen 10-seitigen Artikel Dr. Moshe (Moritz) Wallach – Mediziner, jüdischer Pionier in Erez Israel und Ehrenbürger der Stadt Jerusalem (Eifeljahrbuch 2018, S. 147-157) vollständig und wies in der Einleitung auf meinen Antrag auf Straßenbenennung nach Dr. Moshe (Moritz) Wallach hin.

Von den größeren Tageszeitungen beeindruckte das Kölner Boulevardblatt „EXPRESS“, das am 28. Dezember 2017 einen ganzseitigen Bericht veröffentlichte und dadurch sicher mein Projekt bekannt machte. Der Bericht stammt aus der Feder des bekannten Journalisten Ayhan Demirci:

 

 Zur Vergrößerung des Artikels klicken Sie bitte HIER!

04.01.2018

Erinnern – eine Brücke in die Zukunft. Jugend- und Schülergedenktag 2018

Der Veranstaltungskalender des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln weist auf eine Veranstaltung hin, in der seit 1998 Kölner Schüler einen besonderen Bogen aus der Vergangenheit in die Gegenwart und zugleich eine Brücke in die Zukunft schlagen. Ich weise auf diese Möglichkeit der „Vergangenheitsbewältigung“ hin, die als „Kölner Konzept“ auch den Schulen des Kreises Euskirchen als Vorbild dienen könnte.

 

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Rechtzeitig zum 27. Januar 2018 – dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus – präsentieren wieder Kölner Jugendliche künstlerische Projekte, die ihrer Meinung nach das Leben im Nationalsozialismus und während der Rassenverfolgung ausdrücken. Hierzu gab es die bekannten Arbeitshilfen:

test„Quellen“ zu finden ist oft gar nicht so schwer. So kann man nach Material im familiären Kreis (Briefe, Erzählungen, Fotos, Gegenstände) suchen, man kann Interviews mit Passanten auf der Straße führen, mit Menschen in Senioreneinrichtungen sprechen, alte Zeitungen oder Bücher analysieren, oder in Archiven recherchieren. Hier hilft zum Beispiel die Bibliothek des NS-Dokumentationszentrums. Aber auch im Internet stehen Materialien bereit…

Die kleine Ausstellung Erinnern – eine Brücke in die Zukunft. Jugend- und Schülergedenktag 2018 ist in der Zeit vom 19. Januar bis zum 4. Februar 2018 im „Gewölbe des Kölner EL-DE-Hauses“ für einen kleinen Unkostenbeitrag geöffnet.

01.01.2018

Zum Jahresbeginn 2018

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Liebe Freunde und Leser meiner regionalhistorischen Homepage,

wie Sie wissen, befasse ich mich inzwischen seit mehr als 40 Jahren mit der Regionalhistorie des Rheinlandes und der Nordeifel.

Erneut möchte ich mich nun wieder zum Jahresende bei denen bedanken, die mir bei der ehrenamtlichen Arbeit geholfen haben. Dies bezieht sich u.a. auch auf die vielen Archive und die leider immer weniger werdenden „Zeitzeugen, deren Zeuge“ ich werden konnte. Besonders angesprochen sind die immer zahlreicher werdenden Lesern meiner regionalhistorischen Homepage, denen ich ebenfalls heute ein glückliches Neues Jahr wünschen möchte.

Wie Sie wissen, liegt meinem „Versöhnungskonzept durch persönliche Kontakte“ nicht nur das Regionalhistorische, sondern seit Jahrzehnten ganz besonders die Aufarbeitung der deutsch-jüdischen Geschichte im Bereich Bonn-Köln-Aachen am Herzen. Dass sich daraus eine sehr stark frequentierte „Anlaufstelle“ für christlich-jüdische und deutsch-jüdische Kontakte entwickelt hat, war anfangs nicht abzusehen. Insofern freue ich mich immer wieder über das Lob, meine regionalhistorische Homepage wäre für viele im Ausland lebenden Rheinländer, aber ganz besonders für die aus der Eifel und Voreifel stammenden jüdischen und auch nicht-jüdischen Familien, eine „Verbindung zur alten Heimat.“

Die Leser meiner stark frequentierten Website finden auch viele Fotos von meinen Aktivitäten und aus meinen Publikationen im Internet:

 

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Unter den Briefen und E-mails waren auch dieses Jahr wieder viele Grüße von in- und ausländischen Archiven sowie Lesern aus Israel, England und den USA. Darüber freue ich mich immer wieder. Vielen Dank!

Inhalt meiner regionalhistorischen Homepage:

Bücher und weitere Publikationen in historischen Jahrbüchern (ab 1972)

Neuerscheinungen: Vorstellung dieser Bücher

Gesamtaufstellung der Publikationen in regionalen Jahrbüchern oder historischen Websites (ab 1972)

Gesamtaufstellung der Zeitungsartikel zu regionalhistorischen Themen (ab 1978)

NEWS: Nachrichten, kleinere Artikel und Berichte ( 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 20102009, 2008, 2007, 2006)

ARTIKEL: Detaillierte Abhandlungen zu den o. a. Gesamtthemen

 

Ich wünsche allen ein frohes Neues Jahr 2018 sowie a „wonderful Holiday Season and a Happy and Peaceful New Year“

Ihr/Euer
Hans-Dieter Arntz

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